Kategorie: Hintergrundinformationen

Global 2000 lädt zum Lobau-Event: Weitblick statt Tunnelblick

BI Rettet die Lobau freut sich diese Veranstaltung mit einer Präsentation unterstützen zu können

Einladungstext von der Global 2000 Homepage:

„Wir wollen dich dazu einladen, mit uns Freiwilligen vom Umweltkulturpraktikum und Lobau-Spezialist:innen gemeinsam in das Thema Lobau einzusteigen, dieses von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und Raum für Austausch und neue Ideen zu schaffen. GLOBAL 2000

Warum ein Lobau-Event?

Hast du dich auch schon gefragt, warum gerade überall von der Lobau die Rede ist? 

Was es mit dem Tunnel genau auf sich hat und warum es so wichtig ist, jetzt für den Naturschutz laut zu werden?

Bei unserem Event „Weitblick statt Tunnelblick“ am 29.05. (Main-Event 16:00 bis ca. 20:30 Uhr und musikalischer Ausklang bis 22:00 Uhr) wollen wir dich dazu einladen, mit uns und Lobau-Spezialist:innen gemeinsam in das Thema einzusteigen, dieses von verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und einen Raum für Austausch und neue Ideen zu schaffen.

Freu dich auf einen abwechslungsreichen Nachmittag voller Inputs, Diskussionsraum und musikalischem Ausklang. 

Wir freuen uns auf dich!

Jetzt anmelden!

Dieses Event wird von jungen engagierten Menschen veranstaltet, denen die Lobau am Herzen liegt.

Wann: 29.05.2026, 16:00 – 22:00

Wo: GLOBAL 2000 Neustiftgasse 36, 1070 Wien

Mach mit:

Global 2000 Email-Protest: Retten wir die Lobau!

Jetzt Regierung auffordern

Foto: Global 2000 Rede beim Protest gegen die Lobau-Autobahn vor dem Verkehrsministerium (Copyright: Global 2000)

Erste Vorentscheidung beim EuGH

  • Presseaussendung der Umweltorganisation VIRUS vom 21.05.2026:
Aussender-Logo

Erste Vorentscheidung beim EuGH zur S1-Lobauautobahn: VIRUS sieht Rechtsposition von Generalanwältin bestätigt

Laufende Versuche der Asfinag und des BMIMI, EuGH Verfahren zu torpedieren.

Wien (OTS) – 

Wie die Umweltorganisation VIRUS mitteilt, hat im laufenden Vorabentscheidungsverfahren zur S1-Lobauautobahn die Generalanwältin beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in den heute verlesenen Schlussanträgen die Rechstsposition der Projektgegner gestärkt. Sprecher Wolfgang Rehm. „Die Schlussanträge bestätigen bei allen drei Vorlagefragen die bisher bereits von der EU-Kommission und VIRUS erstatteten Vorbringen und dürfen somit in den Ausgangsverfahren zum Lobautunnel keine weiteren Bewilligungen erteilt werden. Es handelt sich um Empfehlungen. In der Mehrzahl der Fälle folgt der Gerichtshof jedoch den Schlussanträgen.“

Das Urteil des EuGH sei nach allgemeinen Erfahrungswerten einige Monate nach den Schlussanträgen, somit im Herbst zu erwarten. VIRUS weist allerdings darauf hin, dass bereits seit geraumer Zeit Versuche von Asfinag und dem Verkehrsminsterium laufen, mit dem Ziel das Verfahren zu torpedieren und das BVwG zur Zurückziehung des Antrages und zum Aus-der-Welt-Schaffen der für diese Staatsstellen unangenehmen Angelegenheit zu bewegen. „Die dabei angewendete Taktik ist es, den alten Pfusch der Nichtdurchführung einer Strategischen Umweltprüfung durch neuen Pfusch in Form eines mit maximaler Ergebnisunoffenheit und Überheblichkeit, die diesen Akteuren in Fleisch und Blut übergegangen sind durchgeführten so genannten Screenings zu heilen,“ kritisiert Rehm. So sei schlicht festgestellt worden, dass im Rahmen der Bundesstraßengesetz-Novellen 2006 und 2011 keine erheblichen Umweltauswirkungen zu erwarten gewesen wären, entgegen aller Evidenz, die sogar die dazu neu erstellten mangelhaften Asfinag-Berichte für solche Wirkungen liefern. Das Bundesverwaltungsgericht habe allerdings bisher glücklicherweise keine Wunscherfüllung betrieben, sondern zum Parteiengehör aufgerufen und eine Gerichtsverhandlung für Ende Juni angekündigt. Bedenklich findet Rehm, dass es offenbar Interventionsversuche von Republik Österreich und der Asfinag beim EuGH gegeben habe, dies in Form von in den Schlussanträgen erwähnten Mitteilungen die somit intransparent abseits der Geschäftsordnung des Gerichtshofes erfolgt seien. „Die Generalanwältin stellt jedenfalls fest, dass es Aufgabe des BVwG ist, zu prüfen, ob die Anforderungen der SUP-Richtlinie nachträglich erfüllt wurden und geht angesichts des Vorhabenscharakters von schwerwiegenden nachteiligen Umweltauswirkungen aus und äußert ihren Eindruck, dass weitere bezeichnete Prüfschritte erforderlich gewesen wären, die, wie die Beteiligten wissen, jedoch nicht Bestandteil der Heilungsversuche waren“, so Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Umweltorganisation VIRUS
Foto der Sprecher Wolfgang Rehm (rechts im Bild) bei der Pressekonferenz im Cafe Landmann

S 80 Station Lobau vor dem Wiener Petitionsausschuß

Die Schnellbahnlinie S80 verläuft genau parallel zur Südosttangente A23 und könnte diese perfekt entlasten wenn sie öfter fahren würde und über die Stadtgrenze hinaus verlängert werden würde. Und: Wenn die geschlossenen S 80 Stationen wieder eröffnet werden würden. Es geht dabei um die Station Hausfeldstraße und die Station Lobau. Rettet die Lobau unterstützt daher die Bürgerinitiative BI S80 Lobau, die sich um deren Wiedererrichtung bemüht.

Am 6.5. fand im Rathaus eine Petitionsausschusssitzung zum Thema Station Lobau statt, davor gab es eine Kundgebung vor dem Rathaus (Foto).

Am 8. Juni gibt es dann noch eine interne Sitzung, in der nochmals beraten wird und die Ergebnisse präsentiert werden.

Hier die Presseaussendung der BI S80 Lobau:

BI S80 Lobau erläutert ihre Petition „Bessere Öffis für die Lobau –

Verkehrsausbau jetzt!“ im Petitionsausschuss der Stadt Wien.

Gelingt ein Durchbruch bei der jahrelangen Denkblockade der Wiener Stadtplanung?

Die BI S80 Lobau kämpft seit nunmehr über 30 Jahren für den Erhalt bzw. die Wiedererrichtung der 2014 geschlossenen S-Bahn-Station Lobau. Mittlerweile ist es im Bezirk gelungen, einen parteiübergreifenden Konsens dafür zu erreichen. Die Stadtplanung stellt sich aber weiterhin taub.

Deshalb hat die BI S80 Lobau eine Petition gestartet, welche mit über 700 Unterschriften erfolgreich war und am 6. Mai 2026 im Petitionsausschuss der Stadt Wien diskutiert wurde.

Im Namen der BI erläuterten Dr. Gerald Pärtern und Jutta Matysek die Anliegen der BI, welche die Schaffung eines multifunktionalen, barrierefreien Verkehrsknotens im Zuge der Wiedererrichtung einer Bahnstation Lobau zum Ziel hat.

Vielen Mitgliedern dieses Ausschusses konnte sichtlich verständlich gemacht werden, dass es sich hier nicht nur um ein Projekt für einige AnrainerInnen handelt, sondern eine Chance, für weite, mit Naturräumen unterversorgte Teile Wiens einen

leichteren, schnelleren Zugang mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Erholungsgebieten Lobau und Neue Donau zu schaffen.

Daneben wurde klar, dass die Abschottung des lokalen Einzugsgebietes von der Donau durch die Stationsschließung, verstärkt durch die kürzliche Sperrung ihres noch existierenden öffentlichen Begleitweges (Goldnesselweg), mit einem

wiedererrichteten S-Bahn-Verkehrsknoten „Lobau“ nachhaltig behoben werden könnte.

Die BI S80 Lobau fordert keineswegs – wie von manchen Seiten unterstellt wird – eine unrealistische Taktverdichtung des öffentlichen Verkehrs, sondern betont, dass ein Anschluss des existierenden Verkehrsangebotes an eine wiederrichtete

Bahnstation Lobau mit einem Schlag die Effizienz der bestehenden Verkehrslinien in diesem Gebiet massiv heben würde. Dies, weil die Zahl der Linien, die direkt oder mit einmaligem Umsteigen mit dem Einzugsgebiet der Station Lobau und den daran

angebundenen Linien erreichbar sind, gegenüber dem aktuellen Zustand ohne S-Bahnstation Lobau um den Faktor 8 – von 10 auf 80 (!) Verkehrslinien und damit auch die von diesen versorgten Stadtbereiche – erhöht würde.

Es ist zu hoffen, dass die jahrelange Blockadehaltung der Wiener Stadtplanung, die lediglich mit dem angeblich geringen Fahrgastpotential im unmittelbaren Umfeld der Station argumentiert hat, angesichts der Synergieeffekte eines wieder geschaffenen

Verkehrsknotens endlich gelöst wird. Die Gemeinde Wien ist im wahrsten Sinne des Wortes am Zug, mit den ÖBB entsprechende Übereinkommen zu treffen. Die Zeit drängt, denn die Bahnstrecke zwischen Stadlau und Simmering soll vernünftigerweise in absehbarer Zeit viergleisig ausgebaut werden und spätestens dann darf diese Chance für das Wiener Verkehrsnetz nicht verpasst werden.

Vortrag „Irrweg Autobahnen – Von der autogerechten zur menschengerechten Mobilität“

Spannende Veranstaltung von den Grünen Groß-Enzersdorf und den Klimaseniorinnen Österreich organisiert:

Der Verkehrsexperte DI Dr. Harald Frey spricht über den „Irrweg Autobahnen“ und zeigt auf, wie sich Mobilität menschengerechter gestalten lässt. Dabei geht es unter anderem um:

·       Wie sehen lebenswerte und umweltfreundliche Alternativen aus?

·       Wie stellen wir eine nachhaltige und sozialverträgliche Mobilität für alle sicher?

·       Wie lässt sich die Verkehrswende gegen eine festgefahrene, autozentrierte Politik durchsetzen?

Ort und Zeit: Mittwoch, 27. Mai, 19 Uhr, Stadtsaal Groß-Enzersdorf
Anmeldung nicht erforderlich!

PS: Bitte teilt diese Information in euren Communitys und auf euren Social-Media-Kanälen.

Greenpeace, Ökonomin und Ex-ASFINAG-Aufsichtsrat fordern Ende des Schnellstraßenausbaus

Presseaussendung von Greenpeace vom 21.04.2026, OTS0002

Straßenbau soll auf Sanierung beschränkt werden – Gewinne der ASFINAG sollen Öffi-Ausbau querfinanzieren

Wien (OTS) – 

Angesichts der Ankündigung des A9-Ausbaus und der zeitgleich begonnenen Vorarbeiten für den Lobautunnel fordert Greenpeace zusammen mit Verkehrswissenschaftler und Ex-ASFINAG-Aufsichtsrat Harald Frey und Umweltökonomin Sigrid Stagl einen Ausbaustopp für das österreichische Schnellstraßennetz. Über zwei Milliarden Euro will die ASFINAG bis 2030 für den Neubau von Schnellstraßen ausgeben. Ein großer Teil davon fließt in den ersten Abschnitt der Lobau-Autobahn. Greenpeace und die Wissenschaftler:innen kritisieren diese Pläne als Irrweg. Sie fordern Verkehrsminister Hanke auf, das Bauprogramm der ASFINAG auf das Sanieren des bestehenden Straßennetzes zu beschränken. Statt mehr Straßen zu finanzieren, sollen die Gewinne der staatlichen ASFINAG genutzt werden, um Österreichs Verkehrssystem krisensicher und unabhängig von Öl aus Autokratien zu machen.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich: „Eines ist klar: Mehr Straßen führen immer zu mehr Verkehr. Angesichts explodierender Spritpreise sehen wir gerade jetzt die fatalen Folgen einer kurzsichtigen Politik, die lieber Straßen baut als den öffentlichen Verkehr zu fördern. Minister Hanke muss Mobilität krisenfest gestalten und das jetzige Bauprogramm der ASFINAG entsprechend korrigieren. Viel sinnvoller als immer neue Autobahnen zu bauen ist es, die Gewinne der ASFINAG für den Ausbau von leistbaren und klimafreundlichen Öffis zu nutzen.”

Harald Frey, Verkehrswissenschaftler an der TU Wien und ehemaliger ASFINAG-Aufsichtsrat: „Wir brauchen eine zielgerichtete Systemfinanzierung im Verkehr, anstelle der derzeitigen kontraproduktiven Sektorfinanzierung. Einnahmen aus dem hochrangigen Straßennetz sollten schrittweise auch für andere, krisensichere, leistbare und klimafreundliche Mobilitätsangebote als Finanzierungsquelle zur Verfügung stehen. Die gewünschte Verlagerung von der Straße auf die Schiene muss sich auch in den zukünftigen Finanzierungsstrukturen abbilden. Es ist kein Naturgesetz, dass immer neue Autobahnen gebaut werden.“

Sigrid Stagl, Professorin für Umweltökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien: „Der weitere Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen verursacht enorme externe Kosten – von Klimaschäden über Gesundheitsbelastungen bis hin zu steigender Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Diese Kosten werden nicht von den Verursachern getragen, sondern von der Gesellschaft insgesamt. Gerade in Zeiten eines angespannten Staatshaushalts und drohender Strafzahlungen wegen verfehlter Klimaziele ist es ökonomisch wie politisch unverantwortlich, weiterhin Milliarden in neue Autobahnen und Schnellstraßen zu investieren. Stattdessen sollten öffentliche Mittel gezielt in zukunftsfähige Mobilität fließen: in den Ausbau und die Leistbarkeit öffentlicher Verkehrssysteme sowie in eine Infrastruktur, die Resilienz, Klimaschutz und soziale Teilhabe stärkt.”


Als finanziell und politisch unabhängige, ausschließlich am Gemeinwohl orientierte Organisation setzt sich Greenpeace konsequent für den Schutz der Natur und des Klimas ein – ohne Rücksicht auf umweltschädliche Wirtschaftsinteressen. Diese Freiheit ermöglicht es uns, mutig gegen die Umweltzerstörung aufzutreten.

Sa 2. Mai, 11:00 Uhr: Lobau Infowanderung mit Jutta Matysek.

Wir freuen uns zu dieser Infowanderung mit Greenpeace bei der alle Interessierte mitgehen können einzuladen! Bei diesem gemütlichen Spaziergang durch die Lobau, wird Jutta Matysek, die Obfrau der BI Rettet die Lobau über die Lobau und ihre Bedrohung u.a. durch die geplante Autobahn erzählen wird.

Treffpunkt ist 11 Uhr bei der 26A Station Essling Stadtgrenze. Reine Gehzeit wäre 1 Stunde, da wir aber oft stehen bleiben werden um uns die Details direkt vor Ort anzusehen und auch Jause (die sich jeder selbst mitbringt) essen unterwegs wird das Ganze ca. 3 Stunden dauern.

Endpunkt ist bei der Bus Station Lobgrundstrasse an der Raffineriestraße (von dort aus kan man gut zur U2 Station Donaustadtbrücke fahren oder zur U1 Kaisermühlen). Wir gehen nur auf erlaubten Wegen. Bitte feste Schuhe anziehen und eine Jause und etwas zu Trinken mitnehmen. Je nach Witterung ist Regenschutz oder Sonnenschutz empfohlen. Wer sich während der Erklärungen gerne hinsetzen will und nicht direkt am Boden sitzen will, kann sich was zum Draufsetzen mitnehmen. Wir machen darauf aufmerksam dass Hunde frei laufen lassen ist im Nationalpark nicht erlaubt ist.


Jutta wird Pläne und Infografiken zum Herzeigen mitbringen.

Diesmal auf Wunsch von Greenpeace. Wenn Sie/du auch für deinen Freundeskreis, deine Stillgruppe, deinen Bekanntenkreis ect. so eine kostenlose Infowanderung haben möchtest – gerne! Bitte um Kontaktaufnahme via Kontaktformular wir freuen uns!

Sehr sehenswert: Rettet die Lobau bei Krone TV

Krone TV zum Thema Lobau-Autobahn! Jutta Matysek Obfrau der BürgerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton im Livetalk bei „Krone zu Mittag“: https://www.krone.at/4110355

Die ganze Sendung ist nachzusehen unter nachzusehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=b-fPhplOLaY&list=PL_lFyO5-FNuFVRjqKA_RtwKYKI2CGyYQH (der Beitrag findet sich ab min 11.04)

Endlich findet sich ein Medium, das die Staustunden Prognose der Asfinag für das Jahr 2035 bringt:

Die Asfinag prognostiziert, dass – neben einer unverändert vollen Tangente – auch der Lobautunnel relativ schnell an Kapazitätsgrenzen stoßen würde. So ergibt sich aus der Staustundenermittlung der Asfinag bereits für 2035 (auf Werktage Mo-Fr umgelegt) eine Stunde Stau/Werktag im Tunnel. (Im Detail: Fahrtrichtung Norden 161 Stunden/Jahr, Fahrtrichtung Süden 264 Stunden /Jahr – entspricht 26 bzw. 43 Minuten /Tag (Mo – So) auf Werktage umgelegt 36 bzw. 76 Minuten – zwischen Nord und Süd gemittelt 56 Minuten also ca. eine Stunde. Vergl. dazu: Projektunterlage WU-11, Ergänzung Staustunden 2035).

Was das eben der Stauwirkung an sich bedeutet? Dass das Sicherheitskonzept im Falle von Unfällen, insbesondere mit Brandfolge (die nicht betroffene Tunnelröhre soll rasch entleert werden und dient als Flucht- bzw. Angriffsweg für Einsatzkräfte), nicht mehr gesichert funktioniert.

Weitere Infos unter: https://lobau.org/mehr-verkehrsbelastung-statt-entlastung-durch-eine-lobau-autobahn/

GLOBAL 2000 Emailprotestaktion – Mach mit

Hier gehts zur Protestemailaktion Bitte mitmachen und weiterleiten!

  1. News

02.04.2026

Die Bauvorbereitungen für die Lobau-Autobahn haben trotz Kritik und fehlender Genehmigung begonnen. Der umstrittene Lobau-Tunnel steht wegen Klima- und Umweltrisiken, hoher Kosten und eines laufenden EuGH-Verfahrens unter Druck. Wir fordern den sofortigen Stopp und setzen auf nachhaltige Alternativen wie den Öffi-Ausbau.GLOBAL 2000 / Leo Daublebsky

In der Lobau haben diese Woche die Bauvorbereitungen für die umstrittene S1 Lobau-Autobahn begonnen – trotz offener rechtlicher Fragen, steigender Kosten und anhaltender Kritik. Gleichzeitig formiert sich Widerstand: Mehrere hundert Menschen protestierten vor dem Verkehrsministerium und forderten einen sofortigen Stopp des Projekts.

Projekt rechtlich weiter unsicher

GLOBAL 2000 / Leo Daublebsky

Der Lobau-Tunnel ist weiterhin Gegenstand eines Verfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) und darf deshalb noch nicht genehmigt werden. Zentrale Fragen, etwa zum Wasserrecht, sind ungeklärt – die Zukunft des Projekts bleibt offen.

Neben der rechtlichen Unsicherheit stehen auch Kosten und Bauzeit in der Kritik. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts wird frühestens um 2040 erwartet – zu einem Zeitpunkt, an dem Österreich bereits klimaneutral sein will. Expert:innen warnen zudem, dass neue Straßen langfristig mehr Verkehr erzeugen.

„Die Lobau-Autobahn wäre nicht nur extrem teuer, sondern auch ein massiver Klimakiller. Die Menschen im Norden Wiens brauchen schnelle, klimafreundliche Lösungen – nicht jahrelange Baustellen.“

Hannah Keller, GLOBAL 2000 Klima-Sprecherin

Günstigere & klimafreundlichere Alternativen

Die Lobau als geschützter Naturraum ist durch das Projekt bedroht. Umweltorganisationen fordern stattdessen Investitionen in den öffentlichen Verkehr sowie in Rad- und Fußinfrastruktur – Maßnahmen, die schneller, günstiger und klimafreundlicher wären.

Parallel zu den Protesten wurde ein E-Mail-Protest gestartet. Bürger:innen können sich direkt an die politischen Verantwortlichen wenden und einen Stopp der Lobau-Autobahn fordern.

Milliarden-Autobahn stoppen: Retten wir die Lobau!

Jetzt Protest-Email schicken

Thema:

WWF kritisiert sündteuren Irrweg

1. April 2026 | Boden, Politische Arbeit, Presse-Aussendung

Boden

Naturschutz

Umweltpolitik

Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung

Anlässlich der kürzlich gestarteten ersten Bauarbeiten für die S1 Lobau-Autobahn kritisiert die Naturschutzorganisation WWF den „sündteuren Irrweg“ der Asfinag und des verantwortlichen Verkehrsministers Peter Hanke. „Das Durchboxen der Lobau-Autobahn gegen alle Bedenken ist fahrlässig und zukunftsvergessen. Die Umwelt- und Gesundheitsrisiken sowie die Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen die Lobau-Autobahn. Sie gefährdet ein Naturparadies, versiegelt bestes Ackerland und sabotiert das Erreichen der Klimaziele”, sagt Simon Pories vom WWF anlässlich eines PRESSE-Berichts vom Mittwoch über die so genannten „Vorarbeiten“ der Asfinag.

Die gesamte Lobau-Autobahn würde im Endausbau zum Verlust von bis zu 160 Hektar an landwirtschaftlich genutzten Böden führen – und das in der Region mit den fruchtbarsten Böden Österreichs. „Die Lobau-Autobahn ist mit ihrer gigantischen Versiegelung nicht nur ein Verlust für die Kornkammer Österreichs, sondern beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt der Region. Das schadet dem Klima, der Umwelt und der Artenvielfalt zusätzlich”, sagt Pories. Zusätzlich drohe mit dem Autobahn-Anschluss auch ein Wildwuchs an neuen Gewerbeparks.

Laut bisherigen Aussagen von renommierten Fachleuten und des Umweltbundesamts würde die Südosttangente (A23) nur wenig entlastet, aber speziell in den Bezirken nördlich der Donau würde die Verkehrsbelastung sogar stark zunehmen. Der WWF fordert stattdessen vor allem den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine flächensparende Raumplanung, die sich entlang hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel wie der Bahn orientiert und damit auch wertvolle Böden schützt.

Greenpeace zu Lobau-Autobahn: Startschuss für Österreichs größte Sackgasse

Presseausssendung vom 1.4.2026:

Ohne Genehmigung für den Lobautunnel endet die Lobau-Autobahn im Nirgendwo – Umweltschutzorganisation fordert Baustopp und Investitionen in öffentlichen Verkehr

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert den Beginn der Vorarbeiten für die Lobau-Autobahn als Startschuss für die größte Sackgasse Österreichs. Noch immer gibt es kein grünes Licht für den Lobau-Tunnel vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Ohne den Tunnel wird die Lobau-Autobahn auf offenem Feld enden. Aus diesem Grund haben Greenpeace-Aktivist:innen ein vier mal vier Meter großes Sackgassenschild am Ende der Trasse der geplanten Lobau-Autobahn aufgestellt. Damit unterstreicht die Umweltschutzorganisation, dass die Lobau-Autobahn trotz Spatenstich noch immer auf rechtlich unsicherem Boden steht. Greenpeace fordert daher den sofortigen Stopp aller Bauvorbereitungen und eine klima- und sozialverträgliche Mobilitätswende, die konsequent auf den Ausbau von Bahn- und Busverbindungen statt auf fossile Großprojekte setzt.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich: “Der Startschuss für Österreichs größte Sackgasse – die Lobauautobahn – ist gefallen. Mit viel Geld und Beton soll hier ein Steinzeitprojekt durchgedrückt werden, das die Natur zerstört, wertvollen Boden versiegelt und die Klimakrise befeuert. Minister Hanke muss das Projekt unbedingt stoppen. Stattdessen braucht es schnelle und einfache Mobilitätsangebote für die Menschen in der Donaustadt: Die S80 muss taktverdichtet und die 25er Bim über die Stadtgrenze hinaus bis nach Groß-Enzersdorf ausgebaut werden.”

Greenpeace protestiert auf der geplanten Trasse an der Nationalparkgrenze in Eßling

Derzeit verhandelt der Europäische Gerichtshof (EuGH) darüber, ob es für den Lobautunnel eine strategische Umweltprüfung braucht. Solche Prüfungen sind seit 2004 europarechtlich vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es jedoch für Projekte, die zum Stichtag der nationalen Umsetzung bereits in der konkreten Vorbereitung waren. Dieser Begriff ist allerdings schwammig, daher liegt es nun am EuGH festzustellen, ob die Pläne für den Lobautunnel 2004 bereits konkret genug waren. Ein entsprechendes Urteil würde den ohnehin für frühestens 2030 geplanten Baubeginn des Lobautunnels nochmals um Jahre verzögern. Mit einem Urteil des EuGH wird gegen Ende 2026 gerechnet. Bis zu einer Urteilsverkündung ruhen zudem die noch offenen wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren.

Für die Menschen in Wien und Niederösterreich gibt es deutlich bessere und schneller umsetzbare Verkehrslösungen als die Lobau-Autobahn. Greenpeace fordert Verkehrsminister Peter Hanke auf, seine Betonpolitik zu stoppen und stattdessen zukunftstaugliche Lösungen zu fördern. Dazu zählen mehr öffentliche Verkehrsmittel, eine bessere Radinfrastruktur sowie eine zielgerichtete Parkraumbewirtschaftung. Das führt zu weniger versiegelten Böden und weniger fossilen Verkehr.

Für Donnerstag, den 2. April 2026 um 9:00 Uhr kündigen mehrere Umweltorganisationen eine spontane Demonstration vor dem Verkehrsministerium an.
Fotos: © Mitja Kobal / Greenpeace
Videos: © Greenpeace