Austrocknung, Verlandung und ein milliardenschwerer Tunnel durch ein Naturschutzgebiet bedrohen den wertvollen Nationalpark. Am 24. März 2025 gab es bei einer Veranstaltung der Themengruppe Umwelt der Wiener Grünen zur Lobau wichtige Einblicke von Expert:innen zu aktuellen Entwicklungen.
Wir freuen uns zu dieser Infoveranstaltung einladen zu können – Eintritt frei. Gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln Station Viehmarktgasse (18, 74A) oder Schnellbahn St.Marx oder U3 Schlachthausgasse. Komm vorbei!
Wasserzufuhr verweigert – Ohne Lobau ist Wien nicht Wien
Wien (OTS) – 18.04.2025,
Die im Bereich der gesamten Donau-March-Thaya Auen tätige Umweltorganisation VIRUS weist kritisch darauf hin, wie unterschiedlich in den betroffenen Bundesländern mit den Teilen des Nationalparks Donauauen umgegangen wird. Auen-Experte Wolfgang Rehm: „Während in Niederösterreich zahlreiche Gewässervernetzungsprojekte umgesetzt wurden und weitere in Planung sind, bleibt der Wiener Teil des Nationalparks dessen Schandfleck, weil die Wiener Landesregierung seit Jahrzehnten mit fragwürdigen Argumenten die lang geplante Wasserzufuhr in die Lobau hintertreibt“.
Als Argument würden paradoxerweise die Gefährdung der Trinkwasserbrunnen in der unteren Lobau durch eine derartige Wasserzufuhr angeführt, wobei mit zweierlei Maß gemessen werde. „Während bei Großbetonprojekten wie der Neuen Donau, der Staustufe Wien-Freudenau und dem Lobautunnel das Grund- und Trinkwasser offenbar egal ist und weggeschaut wird, werden bei jedem Versuch, ein Dotationsprojekt der Unteren Lobau zu realisieren, Mauern aufgezogen“, kritisiert Rehm. In der Oberen Lobau gebe es eine Dotation, bleibe die Wasserzufuhr jedoch deutlich hinter den Vorgaben, in der ökologisch wertvolleren Unteren Lobau, die in manchen Aspekten ein Alleinstellungsmerkmal im Nationalpark aufweise, bleibe sie jedoch ganz aus. „Da die Lobau im Gegensatz zu den östlicheren Auen donaunah abgedämmt ist wäre es auch ohne diese Querschüsse schwierig genug die negativen Folgen der Donauregulierung zu reparieren“, so Rehm. Bei den ins Treffen geführten Ängsten vor Keimbelastung der Trinkwasserbrunnen seien die dazu angestellten Untersuchungen fragwürdig. „Übersehen wird aber vor allem, dass zwar die Donauhochwässer ökologisch ungünstig nur von untern her einströmen können, jedoch dennoch unaufhaltbar sind und im Hochwasserfall die Brunnen abgeschaltet werden müssen. Es bricht dabei aber keine Langzeitkatastrophe aus, sondern kann nach überschaubarer Zeit der Betrieb wieder aufgenommen werden“, so Rehm. Demzufolge könne bei der deutlich geringeren Wasserzufuhr einer Dotation ein schlichtes Monitoring Abhilfe schaffen, und könne man sich, anstatt herumzutheoretisieren, mit praktischen Versuchen an das Optimum herantasten, ohne dass eine dauerhaft nachteilige Situation eintreten kann. „Seit über 20 Jahren drehen wir uns hier im Kreis jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt müssen sich allen voran die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin, die letzten zwei Dekaden war das Sima, und der Bürgermeister endlich bewegen und ihr Mikado-Spiel aufgeben, fordert Rehm und macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: „Ebenfalls in der Lobau aber ein Grundwasser-Stockwerk tiefer als die derzeit von den Wasserwerken erschlossenen Nutzung schlummert der Schatz der Tiefengrundwässer die als kontaminationsgeschützte Notwasserreserve etwa im Falle einer Atom-Katastrophe wie bei Chernobyl sehr wertvoll sein könnte“, weiß Rehm. Dazu brauche es aber die nötigen Vorbereitungen und eine Trinkwasseraufbereitung und sei es Gebot der Stunde, hier vorausschauend tätig zu werden. Europaweit würden intakte Auen eine wichtige Rolle bei der Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat spielen. Hier zeige im niederösterreichischen Petronell gerade die EVN- Wasser mit einem Kooperationsprojekt mit der via donau vor, wie in einer Win-Win Situation gleichzeitig mehr Wasser in die Au gebracht und dann mehr Trinkwasser gewonnen werden kann. „So lange bei der Lobau nicht gehandelt wird, muss Wien als schlecht regiert gelten, wir fordern ein Bekenntnis aller Parteien im Wiener Landtag zur Lobau-Rettung, weil ohne Lobau ist Wien nicht Wien“ , so Rehm abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Umweltorganisation VIRUS
Wie wichtig mehr Wasser für die Lobau wäre sagt auch Prof. Christian Griebler im Radio Orange Interview
Es gibt gerade eine Reihe von empfehlenswerten Veranstaltungen auf die wir gerne aufmerksam machen wollen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
26. 3 2025 um 18:00, Naturschutzbund Wien, Museumsplatz 1/Stiege 13, „Schönheit und Drama Lobau – Eine Bilderreise vom faszinierenden Leben zum langsamen Sterben im einzigartigen Dschungel Wiens“ mit Kurt Kracher
29.3. um 11.30 Lobau bleibt ruft auf zum Overshot day (Welterschöpfungstag) Umzug am vom Platz der Menschenrechte zum Christian Broda Platz
12.4. um 10 Uhr bei der Bushaltestelle Schönau/Donau Ortsmitte: „Naturerwachen in der Unteren Lobau“ mit Anna Loupal: Wanderung durch eine der wertvollsten Aulandschaften Österreichs mit Blick auf die Artenvielfalt
5. Mai 2025, 18.30, Pfarrsaal Essling, Mobilitätskonzepte und Verkehrsszenarien mit Dipl.-Ing. Ulrich Leth, TU Wien, Verkehrsplaner – Eine Veranstaltung von „Esslinger für die Lobau“
Bitte leitet diese Termine an Interessierte weiter, es hilft sehr die Inhalte an die Öffentlichkeit zu bringen.
Am Montag hat sie uns noch bei der Veranstaltung in Essling unterstützt, am Donnerstag ist sie völlig unerwartet verstorben: Margit aus Groß Enzersdorf, die unseren Kampf gegen die drohenden Autobahnen und für den Schutz der Lobau jahrelang tagkräftig & engagiert unterstützt hat.
An diesem Text von ihrer Facebook Seite aus 2021 anläßlich des Stopps der Lobau-Autobahn durch Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) läßt sich erahnen, wie viel ihr das Thema bedeutet hat.
Margit du wirst uns sehr fehlen! Unser tiefempfundenes Beileid all deinen Angehörigen und Freunden die um dich trauern.
Austrocknung, Verlandung und ein milliardenschwerer Tunnel durch einen Nationalpark bedrohen dieses wertvolle Naturschutzgebiet.
Erfahren Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen und diskutieren Sie mit Expert*innen über Lösungen für den Schutz der Lobau.
Spannende, informative und aktuelle Vorträge mit: CHRISTIAN GRIEBLER, Universität Wien JUTTA MATYSEK, Obfrau Bürgerinitiative „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“
Mit anschließender Diskussion und anregenden Gesprächen bei einem kleinen Buffet.
Gemeinsam für den Schutz der Lobau!
Ort: Ig. Architektur, Gumpendorferstraße 63B, 1060 Wien
Diese interessante Veranstaltung wollen wir euch auch auch ans Herz legen. Die Veranstalter:innen bitten um Anmeldung bis spätestens 6. Februar 2025 an esslingerfuerdielobau@gmail.com.
Hier ein Bericht von der vorherigen Veranstaltung dieser Reihe
„Wandern für den Frieden“ veranstaltet mit „Lobau bleibt“ und „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“ eine Wanderung durch die Au zu der wir herzlich einladen:
Wann: Sonntag, 19.1.2025
Treffpunkt:10:45 Uhr, Endstation Großenzersdorf Bus 26A (Josef-Reither-Ring)
Strecke 10km (bis Nationalparkhaus)/ 12km bis Cafe Schillwasser
Sylvia bäckt wieder Kuchen und Hans Breuer singt für uns unterwegs.
Redner:innen: Jutta Matysek für „Rettet die Lobau – Natur statt Beton“ u „Lobau bleibt“
Isabella Haschke für „Wandern für den Frieden“
Meteorologin Petra Seibert, Universität für Bodenkultur Wien BOKU, Scientists 4 Future
„Fridays for future“ (angefragt)
Robert Alder für „Initiative Donaufeld“
Marianne Ertl, Aubesetzerin im Dez. 1984, Augenzeugenbericht
Wir durchqueren die Donauauen über den Josefsteg und kommen beim Nationalparkhaus Wien – Lobau um ca 15 Uhr wieder raus (Busstation). Wir freuen uns über alle, die noch 30min mit uns zur Einkehr im Cafe Schillwasser auf der kleinen Stadtfarm mitkommen (auch an der Busstation)
Es ist eine Wanderung: wir freuen uns über Schilder und Fahnen (außer nationale Fahnen und Parteifahnen – die dürfen nicht mit)
Bitte hinkommen und weiterverbreiten! An diesem Tag findet im Bundesverwaltungsgericht (Bvwg) die nächste Wasserrechtsverhandlung zu Bau und Betrieb einer Lobau-Autobahn statt, es geht dabei um den zweiten Bauabschnitt also die Tunnel.
Obwohl die Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) die Lobau-Autobahn gestoppt hat, liefen im Hintergrund die Genehmigungsverfahren weiter. Die Asfing versucht sich auf Vorrat die Genehmigungen zu verschaffen um, wenn sie von der neuen Regierung den Auftrag zum Bau zu bekommen sollte schneller zu sein. Das dürfen wir nicht zulassen! Bei der letzten Verhandlung wurde vertagt, die Asfinag hatte vom Gericht umfangreiche Nachforderungen zur Vorlage von Unterlagen auferlegt bekommen, da die bisherigen unbrauchbar waren um dem Gericht als Entscheidungsgrundlage zu dienen.
Da es verboten – und auch nicht sinnvoll – ist in der Verhandlung zu protestieren, Fotos, Ton- oder Filmaufnahmen zu machen wollen wir es vor Verhandlungsbeginn im Rahmen einer polizeilich angemeldeten Kundgebung tun! Sei dabei: 7.30 – 9.00 vor dem Bvwg Erdbergstraße 192-196 leicht erreichbar mit der U3 Station Erdberg, Ausgang Nottendorferstraße (das Gerichtsgebäude ist schräg gegenüber).
Die Verhandlung im Bvwg selbst ist öffentlich und beginnt um 9 Uhr und dauert wahrscheinlich den ganzen Tag, wenn notwendig hat das Gericht angekündigt sie am nächsten Tag fortsetzen zu wollen. Zuhören dürfen Alle die wollen (amtlichen Lichtbildausweis mitnehmen), sprechen dürfen nur die Anrainer*innen, und Sprecher*innen von BürgerInitiativen und Umweltorganisationen die bereits Verfahrensparteien sind.
Donau so blau? Naturschutz im Donauraum – Thementag im Haus des Meeres
„An der schönen blauen Donau“ – nur wenige Jahre nachdem der weltberühmte Walzer komponiert wurde, wurde die Donau von der Quelle bis zur Mündung beinahe durchgehend reguliert und in weiten Bereichen ihres natürlichen Fluss-Charakters beraubt, es blieben nur Reste ihrer ursprünglichen Schönheit und Funktionsweise übrig – dennoch sind die Donau und ihre verbliebenen Auen noch immer von größter ökologischer Bedeutung.
Beim Thementag „Donau so blau? Naturschutz im Donauraum“ möchten die Referent:innen ein Bild von der Donau zeichnen, wie sie ist, wie sie war und wie sie sein könnte. Thematisiert werden ihre schönen Seiten ebenso wie die unterschiedlichen Probleme, die Mensch und Wasser an der Donau miteinander haben.
Freuen Sie sich auf tiefe Einblicke in die blaue Ader Österreichs in ganz besonderer Atmosphäre: Im 10. Stock des Hauses des Meeres bei abendlicher Aussicht über Wien, mit musikalischer Untermalung des Aquartetts* und mit Getränken an der Bar in der Pause (im Eintritt inkludiert).
Montag, 21.10.2024, 17:00 – 20:15 Uhrim Haus des Meeres Wien (Veranstaltungssaal Lighthouse 10), inklusive Pause mit Umtrunk (inkludiert im Eintritt). Im Anschluss nach Belieben Ausklang im Ocean Sky 360°, das exklusiv für Vortragsteilnehmer:innen geöffnet ist.
Anmeldung erforderlich – Anmeldung über das Haus des Meeres. Eintritt: Mitglieder der ZooBot bzw. HdM-WiFo 10,- €, ansonsten 15,- € – der Eintritt inkludiert Getränke an der Bar während der Pause.
Kooperationsveranstaltung der Vereine „Haus des Meeres – Wissenschaft und Forschung“ (WiFo) und „Zoologisch-Botanische Gesellschaft in Österreich“ (ZooBot)
Aquartett:
Sophie Stichlberger (Violine) Lisa Streuselberger (Querflöte) Tim Stichlberger (Violoncello) Andrés Alzate Gaviria (Gesang/Tenor)
Programm:
Thomas Hein (BOKU Wien): Land am Strome – wie viel Ökologie steckt noch in Flüssen und Auwäldern?
Edith Hödl (ICPDR) Ein-Fluss-Reich: Gewässerschutz im multinationalen Einzugsgebiet der Donau
Stefan Schmutz (BOKU Wien) Das leise Sterben der Donaufische
Pause mit musikalischer Begleitung des Aquartetts, kostenfreie Getränke an der Bar
Christian Griebler (Universität Wien) Der Fluss und seine Schwester das Grundwasser – eine Verbindung in Nöten
Luise Ehrendorfer-Schratt (Universität Wien) Lobau: Die auenspezifischen Wuchsorte sind am gefährdetsten!
Manfred Rosenberger (Nationalpark DonauAuen) Das Ziel – ein Anfang: von der Au-Besetzung zum Nationalpark Donauauen, einem ökologisch bedeutenden Trittstein im Herzen Europas