Aktion für mehr Wasser in die Lobau von Lobaubleibt!

Lobaubleibt Aktion für mehr Wasser in die Lobau

Am 27.8.2026 haben Lobaubleibt Aktivist*innen eine symbolischen Kübelkette am Staudigl-Balkendamm gemacht um mehr Wasserzuleitung in die Unteren Lobau zu fordern.

Die Lobau hat viel zu wenig Wasser! Das ist aber nicht nur durch die Klimaerhitzung und die wie überall in Österreich dramatisch gesunkenen Grundwasserstände bedingt. Das liegt hier vor allem an der Donauregulierung und einer historisch gewachsenen, überbordenden Menge an Hochwasserdämmen. Dadurch kann das Hochwasser der Donau nur beim Schönauer Schlitz gegen die Strömungsrichtung der Donau in die Lobau einfließen und veraltete Schleußenordnungen verhindern, dass es dort länger gehalten wird.

Die Stadt Wien hat es in der Hand mehr Wasser über die oberirdische Dotierung (künstlicher Zufluß von Donau Wasser aus der Neuen Donau das via Hebergraben, Mühlwasser und Groß Enzersdorfer Arm in die Untere Lobau rinnt) zufließen zu lassen. Die Stadt Wien läßt hier allerdings so wenig Wasser hinein, dass beim Staudigl Damm Nichts mehr weiterfließt.

Der Staudigl-Damm trennt die Obere von der Unteren Lobau. Lächerliche Bretter, die aber bei dem schwachen Wasserzufluß den die Stadt Wien überhaupt zulässt bewirken, dass seit Jahren viel zu wenig Wasser in die Untere Lobau weiterfließen kann.

Mit fatalen Folgen für die Auenökologie für die das Wasser eine Überlebensfrage ist.

Kein Wunder, dass die Gewässerflächen mit jedem Jahr weniger werden. Mit tötlichen Folgen für geschützte Tiere und Pflanzen die darauf angewiesen sind!

Die Stadt Wien begründet ihre Blockadehaltung damit, dass Trinkwasser aus der Lobau gewonnen wird. Sie behauptet nicht mehr Wasser in die Lobau lassen zu können um den Eintrag von Keimen zu verhindern.

Dazu sollte man wissen, dass Trinkwasser aus der Lobau nur in Ausnahmefällen verwendet wird, wenn die Hochquellwasserleitungen in Wartung sind und wenn es im Hochsommer wirklich zuwenig Wasser im Netz gibt.
Wenn Hochwasser ist wird auch kein Trinkwasser aus der Lobau gewonnen.
Hinzu kommt, dass in Zukunft bei den steigenden Hygeniestandards die Stadt Wien das Lobau Wasser sowieso aufbereiten wird müssen. Dafür war auch schon vor Jahren eine Wasseraufbereitungsanlage Kleehäufel geplant worden, wurde aber nicht umgesetzt.
Mehr Dotation bedeutet auch, dass mehr Wasser gewonnen werden könnte.

Die Misere ist seit Jahren bekannt und wird immer gravierender. Um darauf aufmerksam zu machen haben zahlreiche Umweltschützer*innen eine symbolische Eimerkette gebildet:

Presseaussendung von Lobaubleibt

Unser Klimaminister ist zum Kübeln“ – Bürger:innen protestieren mit symbolischer Kübelkette gegen das Austrocknen der Unteren Lobau

Während die Stadt Wien die Untere Lobau faktisch verlanden lässt, greifen Bürger:innen zu aktivistischen Mitteln: Am 27. August um 10:00 Uhr versammeln sich Aktivist:innen der Bewegung Lobau bleibt, Esslinger für die Lobau, Global 2000, Fridays for Future, Radeln for Future, Parents for Future, dem Fischereiverein LOBAU sowie Wissenschaftler:innen, Naturschützer:innen und engagierte Bürger:innen am Staudigl-Damm, um eine symbolische Kübelkette zu bilden.

Ein Damm als Symbol für politische Blockade: Zentrum des Protests ist der Staudigl-Damm an der Grenze zwischen Wien und Niederösterreich. Die Aufgabe dieser Holzbalken-Sperre ist es, zu verhindern, dass lebensnotwendiges Wasser aus der oberen in die austrocknende Untere Lobau fließt.
Die Stadt Wien begründet diese Sperrung mit dem Schutz der Wiener Grundwassser-Brunnen vor hygienischer Beeinträchtigung. Fachleute, Wissenschaftler:innen sowie Die Grünen Wien bezeichnen dies jedoch als Vorwand.

Die Absurdität eines politischen Versäumnisses sichtbar machen: Ziel der Aktion ist es, ein politisches Versagen aufzuzeigen: In einem hochmodernen Staat muss Wasser händisch geschöpft werden, weil eine bereits genehmigte, zentrale Aufbereitungsanlage für alle Wiener Grundwasserwerke am „Kleehäufel“ vor 20 Jahren wieder abgesagt wurde. Wäre das nicht geschehen, gäbe es heute keine Probleme, die Untere Lobau mit Wasser zu speisen. Das Grundwasser-werk Lobau wäre mit einer mehrstufigen Aufbereitungs-anlage gegen alle Beeinträchtigungen gut gewappnet.

Es ist ein Symbol für ein technokratisches Denken“, so Stefan Holly, Presssprecher von „Lobau bleibt“. „Die Stadt priorisiert eine starre Sicherheitslogik über das Überleben eines einzigartigen Naturjuwels, obwohl es mit der Anlage am Kleehäufel eine technisch machbare Lösung gäbe, um beides zu sichern: sauberes Trinkwasser und eine lebendige Au.“

Ökologischer Notstand vor EU-Deadline: Die Aktion erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt. Der Brand in der Lobau am 4. August hat eindringlich gezeigt, wie verwundbar ein ausgetrocknetes Gebiet ist. Bis zum 1. September müssen Regierungen ihre Renaturierungsvorhaben an die EU melden. Während in anderen Regionen, wie etwa in der Petroneller Au bewiesen wurde, dass eine gezielte Bewässerung Auenlandschaften retten kann, fehlt die Lobau im Wiener Katalog der Prioritäten. Die Kübelkette soll verdeutlichen: Wer heute nicht handelt, macht die Zerstörung dieses Ökosystems irreversibel.“


Die Stadt Wien reagiert – wie schon seit Jahren – mit Verweis auf eine Expert*innen Gruppe die sie beauftragt hat Etwas auszuarbeiten. Diesmal ein Grundwasserströmungsmodell für die Untere Lobau. Man darf gespannt sein.

Wir kämpfen auf jeden Fall weiter für mehr Wasser in die Lobau!

„Mein Bezirk“ Medienbericht zum Nachlesen

Copyright der Fotos: Lobaubleibt

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