Monat: September 2026

Mach mit: Radeln For Future 2.10.2026

Info • Route • Bilder • Do’s & Don’ts

Am 2. Oktober erobern wir die Nordbrücke auf der A22! Die Regierungen im Bund und den Ländern betreiben seit Jahren nur Scheinklimaschutz. Das zuletzt beschlossene, zahnlose Klimagesetz ist nur ein weiteres Beispiel dafür. Statt wirksamen Klimaschutzes werden weiter Autobahnen gebaut. Der Hitze- und Dürresommer hat allerdings gezeigt, welche Zukunft uns in der Klimakatastrophe mit dem Weiter-wie-bisher erwartet. Wir fordern stattdessen zukunftsfitte Politik!



Zukunftsfitte Politik bedeutet ein Ende des Autobahnausbaus. Österreich hat bereits jetzt eines der dichtesten Autobahnnetze Europas. Zur langfristigen Sicherung der Lebensqualität in unserem Land muss das Geld stattdessen in Maßnahmen wie den Ausbau des Umweltverbunds gesteckt werden, um Öffis, Rad- und Fußverkehr zu stärken!

Zukunftsfitte Politik bedeutet auch den Schutz wertvoller Ackerböden, des Grund- und Trinkwassers sowie der Natur. Das sind nur die offensichtlichsten Gründe, aus denen der Bau der Lobauautobahn endlich aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen werden muss! Die Bewegung „Lobau bleibt!“ kämpft seit fünf Jahren dafür! Das wollen wir am 2. Oktober auch feiern!

30 Minuten für aktive Mobilität

Aus all diesen Gründen erobern wir die Nordbrücke, die symbolisch für die vielen falschen verkehrspolitischen Entscheidungen der Regierungen steht. Zum Beispiel soll der Steinitzsteg während der Sanierung der Nordbrücke vier bis fünf Jahre lang dem Autoverkehr geopfert werden, anstatt weiterhin eine sichere Donauquerung für den Rad- und Fußverkehr zu sein.
Für Zufußgehende bedeutet die ersatzlose Sperre des Steinitzsteges bis zu halbstündige Umwege. Dagegen protestieren wir mit einer halbstündigen Aktion auf der A22/Nordbrücke!

Erzählt allen davon, sattelt die Räder und kommt am 2.10. um 17:00 zum Votivpark! Gemeinsam radeln wir für eine unabhängige, gerechte und klimafreundliche Zukunft!

Wir freuen uns auf euch!

Unterstützt bitte auch unsere Mail-Aktion gegen die Sperre des Steinitzssteges.

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 20:00 Uhr beim Votivpark

Route: OpenStreetMap

Du willst mithelfen?

Erzähle allen, die du kennst, davon. Oder drucke Flyer aus und verteile sie in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz. Werde aktiv!

Do’s & Don’ts

  • Wir verhalten uns allen anderen gegenüber respektvoll sowie achtsam und versuchen Mitfahrenden zu helfen, falls sie Hilfe brauchen (Fahrraddefekte, emotionale Unterstützung, körperliche Hilfen, …)
  • Wir sind und bleiben freundlich. Versuchen andere, durch Zurufe, Gesten, wildes Hupen oder auf andere Art zu provozieren, antworten wir mit einem Lächeln, winken und klingeln.
  • Wir halten uns an die Anweisungen der Polizei, die uns aus Sicherheitsgründen begleitet.
  • Wir fahren als geschlossener Zug über Kreuzungen, auch wenn die Ampel auf Rot umschaltet, und helfen der Polizei ggf. durch „Corking“, um uns vom Autoverkehr abzuschirmen.
  • Wir versuchen, den öffentlichen Verkehr und Zufußgehende möglichst wenig zu beeinträchtigen.
  • Wir hinterlassen keinen Müll und sammeln auch Müll anderer auf, wenn der Demonstrationszug stehen bleibt.
  • Angehörige politischer Parteien sind willkommen, Parteiwerbung in Form von z. B. Flaggen, Luftballons oder T-Shirts ist unerwünscht.
  • Flaggen, Demoschilder und Transparente zu klimapolitischen Themen sind willkommen, andere politische Botschaften und Landesflaggen sind unerwünscht.

Wetter

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Diesen Spruch werden wir nicht komplett beherzigen. Abgesehen von Extremwetterereignissen findet die Demonstration bei jedem Wetter statt, kann aber ggf. auch kurzfristig abgesagt oder abgebrochen werden. Eine eventuelle Absage werden wir über unsere Accounts in den sozialen Netzwerken kommunizieren.


Rechtliche Hinweise

„Radeln For Future“ ist eine Demonstration. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.
Im Rahmen der Demonstration werden Bild- und Tonaufnahmen erstellt, die entsprechend der DSGVO verarbeitet, gegebenenfalls auch zeitnah veröffentlicht werden und für die Ankündigung zukünftiger Aktionen sowie Medienberichte oder andere Zwecke mit Bezug zu „Radeln For Future“ Verwendung finden können. Die Teilnahme gilt als Einverständniserklärung.

Filmnachmittag Thema Autobahn So 18.10.2026

Foto: Autobahn/Daniel Abma

So, 18 OKT 2026
13:00–15:30


Filmcasino
Margaretenstraße 78, 1050 Wien
U4 Pilgramgasse (7min), Bus 13A, 59A – Ziegelhofgasse (1min)

Film-Kunst-Musik


Autobahn

­Filme von Daniel Abma und Christoph Schwarz, anschl. Gespräch mit Klara Schenk (VCÖ) & Jutta Matysek (Rettet die Lobau – Natur statt Beton)

Kein anderes Bauwerk der Automobilität hat unser Leben und unsere Landschaften in den letzten 100 Jahren umfassender geprägt als die Autobahn: Die Architekturfilm-Matinee im Filmcasino, kuratiert von Lotte Schreiber, zeigt zwei Filme, die sich mit der Autobahn als Bauwerk zwischen Glücksversprechen und Zerstörung auseinandersetzen:


Autobahn-Knoten-Raten (Christoph Schwarz, AT 2022, 4min, OF)

Die autozentrierte Stadtplanung der 1970er Jahre opferte die schönsten Ecken Wiens der Autobahninfrastruktur. Ein menschenfeindliches Mobilitätsparadigma, dokumentiert von der Luftbildsammlung der Stadt Wien, zum launigen Ratespiel umgedeutet.

Autobahn (Daniel Abma, DE 2019, 85 min, OmeU)
Einem fehlenden Verbindungsstück der Autobahnstrecke zwischen Warschau und Rotterdam geschuldet, drängen sich täglich tausende LKWs durch die Innenstadt von Bad Oeynhausen. Der Lückenschluss ist umstritten und der langwierige Prozess um die Fertigstellung des Autobahnteilstücks erzeugt Hoffnung und Verzweiflung. Acht Jahre lang begleitete der niederländisch-deutsche Dokumentarfilmer betroffene Bewohner:innen. Ein beeindruckendes Langzeitportrait über die Konsequenzen eines stetig wachsenden Mobilitätsanspruchs, der immer öfter an seine Grenzen stößt.

Im Anschluss sprechen wir mit Klara Schenk, Klima- und Mobilitätsexpertin des VCÖ – Mobilität mit Zukunft, und Jutta Matysek, Initiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton, über die Autobahn als Infrastruktur, aktuelle Autobahnprojekte und Alternativen für eine zeitgemässe Mobilitätswende.
Moderation: Lotte Schreiber
https://www.youtube-nocookie.com/embed/1hKOtE_wmPM?si=LQytpgFyctKF-K8e&controls=0

Mit Klara Schenk , VCÖ – Mobilität mit Zukunft , Jutta Matysek , Rettet die Lobau und Lotte Schreiber

Ticketreservierung: filmcasino.at

Auch das andere Program des Int. Festivals für urbane Erkundungen von 13.- 18.Okt ist sehr empfehlenswert: https://urbanize.at/programm/

Autobahn? Lobau retten! Infowanderung Sa, 17.10.2026

durch die Lobau mit Jutta Matysek

Wir freuen uns im Rahmen des

einladen zu können:
Autobahn? Lobau retten! Infowanderung durch die Lobau mit Jutta Matysek

Die Lobau-Autobahn ist als fossiles Großprojekt seit 30 Jahren umkämpft. Verkehrsplaner und Klimaschützer sprechen sich dagegen aus, doch die Politik will bauen. Die Infowanderung mit Lobau-Expertin Jutta Matysek gibt Überblick über die Ausbaupläne, deren Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet und Möglichkeiten des Widerstands. Bei jedem Wetter. Verpflegung mitnehmen!

Mit Jutta Matysek und Rettet die Lobau

Foto: Lobau bleibt

Sa, 17 OKT 2026
11:00–14:00

Um Anmeldung wird gebeten. (Eintritt frei)


Treffpunkt: Station Eßling, Stadtgrenze
Eßlinger Hauptstraße, Station Eßling, Stadtgrenze Bus 26A, 1220 Wien
26A, 88A – Eßling, Stadtgrenze

Stadt-Praxis


Findet bei jedem Wetter statt. Verpflegung mitnehmen! Gewandert wird auf erlaubten Wegen.Wir machen darauf aufmerksam, dass Hunde freilaufenlassen im Nationalpark verboten ist.

Auch das andere Program des Int. Festivals für urbane Erkundungen von 13.- 18.Okt ist sehr empfehlenswert: https://urbanize.at/programm/

Heute genauso wie 1984: Nein zu einem Kraftwerk Hainburg!

Weil wir einen umfassenden Schutz der Lobau erreichen wollen, kämpfen wir natürlich nicht nur gegen drohende Autobahnen, sondern auch für mehr Wasser in die Au. Ausreichender Wasserzufluß ist lebenswichtig für eine Au und eine Überlebensfrage für alle geschützten Tiere und Pflanzen die auf sie angewiesen sind!

Da bei jeder Aktivität zu diesem Thema, die wir machen immer irgendwelche Kommentare auftauchen, die ein Donaukraftwerk Hainburg fordern, sehen wir uns gezwungen diesem Ansinnen entschieden zu widersprechen:

Den meisten dieser Kommentare liegt die naive Vorstellung zugrunde, dass, wenn man eine Staumauer in einen Fluß baut, der Wasserspiegel steigt und die Auen entlang des Flusses mehr Wasser bekommen und man dabei gleichzeitig preiswerten Strom erzeugen und eine Eintiefung der Flußsole verhindern kann. Quasi eine eierlegende Wollmilchsau.

Nur: Das funktioniert so nicht.

Der Fluß würde sich seitlich an der Staumauer vorbei ein neues Bett graben. Um das zu verhindern war beim Kraftwerk Hainburg vorgesehen den Stauraum links und rechts des Flusses bis hinunter zur Grundwasserstauer Schicht abzudichten. (um zu verhindern, dass sich der Fluß unten durchgraben kann) Das hätte den natürlichen Wasseraustausch zwischen Fluß seiner angrenzenden Au (das sog. „Atmen der Au“) sowohl unterirdisch – via Grundwasser – als auch oberirdisch – via vernetzen Gewässern – unterbunden. Also nicht zu mehr Wasser in die Au geführt, sondern viel weniger. Weniger und schlechteres Wasser, denn hinzukommt, dass aufgestautes Wasser in der Regel eine schlechtere Wasserqualität aufweist als Fließendes. Was für eine potentielle Nutzung als Trinkwasser aus Uferfiltrat ein großes Problem darstellen würde.

Es war sogar geplant beim Bau des Kraftwerks Hainburg für die Donau ein neues Bett zu graben und diese aus ihrem alten Bett auszuleiten. Inklusive massiver Auwaldzerstörung versteht sich.

Die Donau hat (bis zur Marcheinmündung, wo sie dann ein langsamer Tieflandfluß wird) eine Geschwindigkeit und einen Geschiebetransport wie ein Gebirgsfluß.
Bei jedem Aufstauen verlangsamt sich der Fluß und ein Teil des Geschiebes bleibt in Stauraum liegen. Z.B. Donaukraftwerk Freudenau: Damit der Stauraum von der Donau nicht „vollgeräumt“ wird, muss er laufend von den Kraftwerksbetreibern freigebaggert werden und das Material hinter der Staumauer dem Fluß wieder hinzugefügt werden. Das ist auch deshalb wichtig, weil der Fluß hinter der Staumauer besonders schnell ist und sich sonst in die Flußsole mehr und mehr eingraben würde. Eine Eintiefung der Donau wäre schlecht für die Au, weil die Au das (Grund-)Wasser immer weniger erreichen würden können. Diese laufend notwendigen Arbeiten machen den aus dem Kraftwerk Freudenau gewonnenen Strom ziemlich teuer. Bei einem Kraftwerksbau in Hainburg hätte man das gleiche Problem.

Die Planung des Kraftwerks Hainburg sah sogar vor die Flußsole hinter der Staumauer künstlich tiefer zu baggern um 15m Fallhöhe zusammen zu bekommen.

Wer glaubt, dass das Kraftwerk Hainburg die ständig steigende Stromnachfrage bis heute hätte abdecken könnte irrt: Hainburg hätte gerade mal 3 Jahre abdecken können also vergleichsweise sehr gering.

Die Donau in Österreich ist bereits eine dichte Aneinanderreihung von Kraftwerksstauräumen. Freie Fließstrecken gibt es nur mehr zwei: In der Wachau (Strudengau, die Wachau ist Unesco Welterbe) und die Strecke zwischen Wien und der Staatsgrenze (Nationalpark Donau-Auen).
Hat die Donau zuviel oder zuwenig Wasser, Hochwasser bzw. Niedrigwasser, ist Stromproduktion nur eingeschränkt möglich. Im Extremfall gar nicht mehr. Das trifft dann natürlich alle Kraftwerke an der Donau. Jedes neu hinzukommende hätte das gleiche Problem. Und die ausfallenden Stromproduktionskapazitäten müssten dann von allen gleichzeitig irgendwie ersetzt werden.


2026: Die ausbleibenden Niederschläge haben bewirkt, dass die Donau viel weniger Wasser führt wie üblich. Das Kraftwerk Freudenau hat deshalb 30% weniger Strom produziert. Verbund Sprecher Florian Seidl: Die Wasserkraftwerke könne man nicht so umbauen, dass sie auch bei Niedrigwasser gleich viel Strom erzeugen. Die Stromerzeugung müsse auf erneuerbare Beine gestellt werden – es brauche einen Ausbau von Wind- und Sonnenstrom. Generell sind Extremwetterereignisse ein Problem für die Wasserkraftwerke. Beim Hochwasser im September 2024 musste die Stromerzeugung im Kraftwerk Freudenau eingestellt werden. (aus: https://wien.orf.at/stories/3364909/)

1984 hat ein breites Zivilgesellschaftliches Bündnis aus NGOs und AktivistInnen unterschiedlicher politischer Coleurs auf verschiedenste Art und Weise gegen einen Kraftwerksbau kampagnisiert und protestiert. Schließlich wurde die bedrohte Au in Hainburg und Stopfenreuth wochenlang trotz eisiger Temperaturen besetzt um die Rodungen für einen Baubeginn zu verhindern. Nach einem brutalen Polizeieinsatz und einer Großdemonstration in Wien zog Kanzler Sinowatz die Notbremse und verkündete Baustopp & Nachdenkpause. Im März 1985 wurde das Konrad Lorenz Volksbegehren gegen Kraftwerksbau und für einen Nationalpark Donau-Auen von 353.906 Wahlberechtigten unterzeichnet. Sehr wichtig für die Verhinderung des Kraftwerks Hainburg und die Rettung der Au war der juristische Kampf: Bauern aus der Umgebung zogen gegen den Wasserrechtsbescheid vor Gericht und bekamen Recht. Der Wasserrechtsbescheid wurde aufgehoben. Keine Genehmigung für einen Kraftwerksbau – das gilt natürlich bis heute.

Die Verhinderung des Kraftwerkbaus hat es erst ermöglicht, dass es 1996 dann endlich den Nationalpark Donau-Auen gab. (Eigentlich hätte es ein Nationalpark Donau-March-Thaya Auen werden sollen, aber auf diese Vervollkommnung warten wir leider bis heute).

Allen die heute wieder nach einem Kraftwerk Hainburg schreien muss klar sein, dass ein solches mit einem Nationalpark unvereinbar ist! Und: Wenn der Nationalpark Status aberkannt wäre, muss man davon ausgehen, dass verschiedenste Begehrlichkeiten aufpoppen würden und der Au die schrittweise Zerstörung droht.

Anmerkung: Die Weltnaturschutzunion (IUCN), die internationale Organisation die den Nationalparkstatus vergibt, hat sich wegen der geplanten Lobau-Autobahn besorgt gezeigt und fürchtet erhebliche negative Auswirkungen auf den Nationalpark.


Unter https://de.cba.media/698184 und https://de.cba.media/700227
findet sich eine Zeitzeugenerzählung zur Hainburg Besetzung mit Manfred Rosenberger.

Beitragsbild zeigt die Aubesetzung im Winter 1984.