Schlagwort: Verkehrsalternativen

WWF kritisiert sündteuren Irrweg

1. April 2026 | Boden, Politische Arbeit, Presse-Aussendung

Boden

Naturschutz

Umweltpolitik

Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung

Anlässlich der kürzlich gestarteten ersten Bauarbeiten für die S1 Lobau-Autobahn kritisiert die Naturschutzorganisation WWF den „sündteuren Irrweg“ der Asfinag und des verantwortlichen Verkehrsministers Peter Hanke. „Das Durchboxen der Lobau-Autobahn gegen alle Bedenken ist fahrlässig und zukunftsvergessen. Die Umwelt- und Gesundheitsrisiken sowie die Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen die Lobau-Autobahn. Sie gefährdet ein Naturparadies, versiegelt bestes Ackerland und sabotiert das Erreichen der Klimaziele”, sagt Simon Pories vom WWF anlässlich eines PRESSE-Berichts vom Mittwoch über die so genannten „Vorarbeiten“ der Asfinag.

Die gesamte Lobau-Autobahn würde im Endausbau zum Verlust von bis zu 160 Hektar an landwirtschaftlich genutzten Böden führen – und das in der Region mit den fruchtbarsten Böden Österreichs. „Die Lobau-Autobahn ist mit ihrer gigantischen Versiegelung nicht nur ein Verlust für die Kornkammer Österreichs, sondern beeinträchtigt auch den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt der Region. Das schadet dem Klima, der Umwelt und der Artenvielfalt zusätzlich”, sagt Pories. Zusätzlich drohe mit dem Autobahn-Anschluss auch ein Wildwuchs an neuen Gewerbeparks.

Laut bisherigen Aussagen von renommierten Fachleuten und des Umweltbundesamts würde die Südosttangente (A23) nur wenig entlastet, aber speziell in den Bezirken nördlich der Donau würde die Verkehrsbelastung sogar stark zunehmen. Der WWF fordert stattdessen vor allem den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes und eine flächensparende Raumplanung, die sich entlang hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel wie der Bahn orientiert und damit auch wertvolle Böden schützt.

Greenpeace zu Lobau-Autobahn: Startschuss für Österreichs größte Sackgasse

Presseausssendung vom 1.4.2026:

Ohne Genehmigung für den Lobautunnel endet die Lobau-Autobahn im Nirgendwo – Umweltschutzorganisation fordert Baustopp und Investitionen in öffentlichen Verkehr

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert den Beginn der Vorarbeiten für die Lobau-Autobahn als Startschuss für die größte Sackgasse Österreichs. Noch immer gibt es kein grünes Licht für den Lobau-Tunnel vom Europäischen Gerichtshof (EuGH). Ohne den Tunnel wird die Lobau-Autobahn auf offenem Feld enden. Aus diesem Grund haben Greenpeace-Aktivist:innen ein vier mal vier Meter großes Sackgassenschild am Ende der Trasse der geplanten Lobau-Autobahn aufgestellt. Damit unterstreicht die Umweltschutzorganisation, dass die Lobau-Autobahn trotz Spatenstich noch immer auf rechtlich unsicherem Boden steht. Greenpeace fordert daher den sofortigen Stopp aller Bauvorbereitungen und eine klima- und sozialverträgliche Mobilitätswende, die konsequent auf den Ausbau von Bahn- und Busverbindungen statt auf fossile Großprojekte setzt.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich: “Der Startschuss für Österreichs größte Sackgasse – die Lobauautobahn – ist gefallen. Mit viel Geld und Beton soll hier ein Steinzeitprojekt durchgedrückt werden, das die Natur zerstört, wertvollen Boden versiegelt und die Klimakrise befeuert. Minister Hanke muss das Projekt unbedingt stoppen. Stattdessen braucht es schnelle und einfache Mobilitätsangebote für die Menschen in der Donaustadt: Die S80 muss taktverdichtet und die 25er Bim über die Stadtgrenze hinaus bis nach Groß-Enzersdorf ausgebaut werden.”

Greenpeace protestiert auf der geplanten Trasse an der Nationalparkgrenze in Eßling

Derzeit verhandelt der Europäische Gerichtshof (EuGH) darüber, ob es für den Lobautunnel eine strategische Umweltprüfung braucht. Solche Prüfungen sind seit 2004 europarechtlich vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es jedoch für Projekte, die zum Stichtag der nationalen Umsetzung bereits in der konkreten Vorbereitung waren. Dieser Begriff ist allerdings schwammig, daher liegt es nun am EuGH festzustellen, ob die Pläne für den Lobautunnel 2004 bereits konkret genug waren. Ein entsprechendes Urteil würde den ohnehin für frühestens 2030 geplanten Baubeginn des Lobautunnels nochmals um Jahre verzögern. Mit einem Urteil des EuGH wird gegen Ende 2026 gerechnet. Bis zu einer Urteilsverkündung ruhen zudem die noch offenen wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren.

Für die Menschen in Wien und Niederösterreich gibt es deutlich bessere und schneller umsetzbare Verkehrslösungen als die Lobau-Autobahn. Greenpeace fordert Verkehrsminister Peter Hanke auf, seine Betonpolitik zu stoppen und stattdessen zukunftstaugliche Lösungen zu fördern. Dazu zählen mehr öffentliche Verkehrsmittel, eine bessere Radinfrastruktur sowie eine zielgerichtete Parkraumbewirtschaftung. Das führt zu weniger versiegelten Böden und weniger fossilen Verkehr.

Für Donnerstag, den 2. April 2026 um 9:00 Uhr kündigen mehrere Umweltorganisationen eine spontane Demonstration vor dem Verkehrsministerium an.
Fotos: © Mitja Kobal / Greenpeace
Videos: © Greenpeace

Umweltorganisation VIRUS präsentiert neues Rechtsgutachten!

S1 Lobauautobahn: Neben Lobautunnel auch Bau im Freiland rechtswidrig, Bescheide reichen nicht,…

„…Rechtsgutachter Univ. Prof. (SFU) Dr. Konrad Lachmayer hielt fest, dass seine Ausführungen zu den Rechtsfolgen einer verletzten Pflicht zur Durchführung einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) für die S1 vorbehaltlich der Entscheidung des EuGH erfolgen, aber davon ausgehen, dass dieser der ihm vorgelegten Stellungnahme der EU-Kommisison folgen wird und führte aus, dass auch die ASFINAG als Behörde im Sinne der SUP-Richtlinie anzusehen und an unionsrechtliche Vorgaben unmittelbar gebunden sei. „Der Anwendungsvorrang des Unionsrechts schlägt für die ASFINAG in Hinblick auf den Unternehmensgegenstand durch. (…)“

Die Presseaussendung der Umweltorganisation VIRUS im Ganzen:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260326_OTS0084/s1-lobauautobahn-neben-lobautunnel-auch-bau-im-freiland-rechtswidrig

Medienberichte von der Pressekonferenz:

Hier die Pressekonferenz als Radio Orange Sendung zum Nachhören (30min): https://cba.media/766212

Kurier: https://kurier.at/chronik/wien/lobauautobahn-s1-virus-hanke-entscheidung-gutachten/403144538

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260326_OTS0084/s1-lobauautob
ahn-neben-lobautunnel-auch-bau-im-freiland-rechtswidrig

https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/lobautunnel-vor-dem-aus-r
echtsgutachten-bringt-s1-ins-wanken/674170546

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260326_OTS0176/gruene-wiense
quenz-ad-lobauautobahn-milliardengrab-mit-hohem-rechtlichen-risiko

https://wien.orf.at/stories/3347556/

https://on.orf.at/video/14316929/wien-heute-vom-26032026

https://www.vienna.at/lobautunnel-s1-abschnitt-drohen-eu-rechtliche-hu
erden/10075169

https://www.meinbezirk.at/donaustadt/c-politik/baustart-fuer-s1-und-lo
bautunnel-fuer-eu-rechtsexperten-unzulaessig_a8556013

https://oekonews.at/s1-lobauautobahn-neben-lobautunnel-auch-bau-im-fre
iland-rechtswidrig+2400+1233622

https://www.noen.at/gaenserndorf/wiener-aussenring-s1-zwischen-gross-e
nzersdorf-und-suessenbrunn-steht-vor-baubeginn-516614182

VIRUS kritisiert Mogelpackung um rechtswidrigen Show-Baustart der S1-Lobauautobahn

Brandneues Rechtsgutachten liegt jetzt auch Asfinag-Vorstand und BM Hanke vor

Wien (OTS) – 02.04.2026,

Kritisch merkt die Umweltorganisation VIRUS an, dass die Asfinag vorhersehbar in der Osterwoche einen Show-Baustart für den Freilandabschnitt der S1-Lobauautobahn hingelegt habe. Sprecher Wolfgang Rehm „Mit dieser Aktion am 1.April soll der Öffentlichkeit mit Vorbereitungsmaßnahmen suggeriert werden, dass es jetzt unbeirrbar und genau wie von Minister Hanke vorigen Herbst verkündet endlich voll losgeht. Tatsächlich handelt es sich um eine Mogelpackung, soll ein richtiger Baubeginn erst im nächsten Jahr stattfinden und bleibt jede Tätigkeit entgegen allen bloß reflexartigen Abwehrbeteuerungen rechtswidrig“.

Dies folge aus dem vorige Woche von VIRUS präsentierten auf universitärem Niveau erstellten Rechtsgutachten . Hinsichtlich der Arbeiten seien bisher nur Umweltauflagen und bescheidene Nebentätigkeiten ausgeschrieben worden. „Das Spektrum reicht hier von einer Umweltbauaufsicht, einer Luftgütemessstation, passivem Lärmschutz für ein Baulos über Baufeldpflege und Brunnenverlegungen mit noch laufender Frist, bis hin zu einem Monitoring-System für den Baustellenverkehr“, weiß Rehm. Bei letzterem sei nun ein Bagger für Erdarbeiten zum Einsatz gekommen, der es medientauglich ermögliche, die beliebte Schlagzeile von den rollenden Baggern zu bemühen. „Im Ergebnis bedeutet das, dass außer niederschwelliger Geldverschwendung keine Fakten geschaffen werden und dass hinreichend Spielraum besteht, das laufende Verfahren beim Europäischen Gerichtshof abzuwarten, wie es die Sorgfalt des ordentlichen Kaufmanns gebietet. Dieses betrifft nicht nur den Lobautunnel sondern den gesamten Abschnitt bis Süßenbrunn und wird dem EU-Recht wohl zum Durchbruch verhelfen,“ so Rehm. In der Zwischenzeit hätten der Vorstand der Asfinag-Holding und Bundesminister Hanke das neue Rechtsgutachten erhalten und damit nun unmittelbar die Möglichkeit, die Unhaltbarkeit ihrer bisherigen Positionen zu prüfen. „Die wie aus der Pistole geschossenen Standardreaktionen der Asfinag konnten selbstverständlich das Gutachten noch gar nicht berücksichtigt haben“, so Rehm, der auch den Verweis der Asfinag auf eigene Gutachten nicht gelten lässt: „Jene Gutachten die in der Folge der Evaluierung des Klimaschutzministeriums 2021 ausgebrochenen Panik erstellt wurden, hatten durchwegs das vorrangige Unionsrecht nicht berücksichtigt und nichts von dem, was Anfang 2025 als Reaktion auf unsere Gutachten vorgelegt wurde, war geeignet das Bundesverwaltungsgericht zu beeindrucken. Zu den neuen Rechtsfragen, die wir jetzt begutachten ließen, haben Asfinag und Minister überhaupt nichts in der Hand.“ Rechtskräftige Bescheide würden eben allein nicht reichen, wenn rechtlich keine Bundesstraße mehr da sei, die aber grundlegende Voraussetzung dafür sei, dass die Asfinag überhaupt tätig werden dürfe. „Das mag nicht leicht zu verstehen sein, stimmt aber trotzdem. Noch ist hinreichend Zeit den eingeschlagenen Rechtsbruchkurs zu verlassen“, so Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Umweltorganisation VIRUS

Lobau Infowanderung Mo 13.4 um 15 Uhr statt.

Wir freuen uns zu dieser Infowanderung mit Global 2000 Umwelt Kulturpraktikum Studierenden bei der alle Interessierte mitgehen können einzuladen! Bei diesem gemütlichen Spaziergang durch die Lobau, wird Jutta Matysek, die Obfrau der BI Rettet die Lobau über die Lobau und ihre Bedrohung u.a. durch die geplante Autobahn erzählen wird.

Treffpunkt ist 15 Uhr bei der 26A Station Essling Stadtgrenze. Reine Gehzeit wäre 1 Stunde, da wir aber oft stehen bleiben werden um uns die Details direkt vor Ort anzusehen und auch Jause (die sich jeder selbst mitbringt) essen unterwegs wird das Ganze ca. 3 Stunden dauern.

Endpunkt ist bei der Bus Station Lobgrundstrasse an der Raffineriestraße (von dort aus kan man gut zur U2 Station Donaustadtbrücke fahren oder zur U1 Kaisermühlen). Wir gehen nur auf erlaubten Wegen. Je nach Witterung ist Regenschutz oder warme Bekleidung empfohlen. Wer sich während der Erklärungen gerne hinsetzen will und nicht direkt am Boden sitzen will, kann sich was zum Draufsetzen mitnehmen. Wir machen darauf aufmerksam dass Hunde frei laufen lassen ist im Nationalpark nicht erlaubt ist.


Jutta wird Pläne und Infografiken zum Herzeigen mitbringen.

Diesmal auf Wunsch von Global 2000. Wenn Sie/du auch für deinen Freundeskreis, deine Stillgruppe, deinen Bekanntenkreis ect. so eine kostenlose Infowanderung haben möchtest – gerne! Bitte um Kontaktaufnahme via Kontaktformular wir freuen uns!

Rettet die Lobau beim Filmfestival am Podium

13.März „EYES ON EARTH“ Sei dabei! Mach mit beim Umwelt Poetry Slam!

EYES ON EARTH richtet den Blick dorthin, wo er zählt: auf unseren Planeten. Das Filmfestival von GLOBAL 2000 im Schikaneder zeigt bewegende Filme über Umwelt, Klima und Artenvielfalt. Gemeinsam schauen wir hin. Nach jedem Film gibt es spannende Podiumsdiskussionen mit Filmschaffenden und Expert:innen. Für Rettet die Lobau ist die BI Obfrau Jutta Matysek am Podium.

Was unser Wohlstand wirklich kostet, bleibt oft unsichtbar: zerstörte Landschaften, vergiftetes Wasser, ausgebeutete Ressourcen. „Eyes On Earth“ macht diese Folgen sichtbar und gibt jenen eine Stimme, die davon betroffen sind – und jenen, die sich für eine bessere Welt engagieren.

Das Filmfestival zeigt internationale Dokumentar- und Kurzfilme an der Schnittstelle von Umweltschutz, Politik und Aktivismus. Gespräche mit Filmschaffenden und Expert:innen vertiefen die Themen und schlagen die Brücke zu unserem Leben in Wien, Österreich und Europa.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm lädt zum Austausch ein: von Filmgesprächen bis zur Kleidertauschparty.

Gemeinsam hinschauen statt wegschauen.

Programm & Anmeldung

Bitte melden Sie sich für die einzelnen Blöcke an (Film + Podiumsdiskussion). Reservieren Sie sich jetzt Ihr Ticket und unterstützen Sie den Schutz von Mensch, Tier & Natur!

Ihre An- oder Abmeldung für die einzelnen Blöcke können wir bis Freitag, 13.03., 14:00 Uhr, berücksichtigen. Alternativ haben Sie gerne auch die Möglichkeit, es an der Abendkasse zu versuchen – erfahrungsgemäß werden nicht immer alle reservierten Tickets abgeholt, sodass möglicherweise noch Plätze frei werden.

Folgen Sie uns auf instagramexternal link, opens in a new tab, um up to date zu blieben. Außerdem finden im Rahmen des Festivals ein Poetry Slam und eine Kleidertauschparty statt.

Zur Anmeldung Umwelt-Poetry Slam

BLOCK 1: „Outgrow The System“

RaFILM

Freitag 13.03.2026, 18:00 – 20:30 Uhr: Eröffnung des Filmfestivals mit anschließendem Rahmenprogramm: „Umwelt-Poetry Slam“ ab 21 Uhr

Die Dokumentation zeigt neue wirtschaftliche Perspektiven und fragt, wie ein grundlegender Systemwandel hin zu einer ökologischen und demokratischen Zukunft gelingen kann.

Umwelt-Poetry Slam im Schikaneder

Ein Dichtwettstreit rund um unsere Erde: Beim Poetry Slam stehen selbstgeschriebene Texte im Mittelpunkt – live vorgetragen und vom Publikum bewertet. Unter dem Motto „Eyes on Earth“ laden wir zu einem inspirierenden Abend voller Worte und Perspektiven ein.Poetry Slam mit Umwelt-Fokus

Global 2000 lädt zu einem thematischen Poetry Slam im Schikaneder ein. Allen, die auftreten und performen wollen, bieten wir fünf Minuten auf der Bühne. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.

Erlaubt ist alles, was selbst verfasst ist: Lyrik, Prosa oder Spoken Word. Wir freuen uns über eure Texte zum Thema: Eyes on Earth! Was siehst du, wenn du die Augen auf die Erde richtest?

Das Event findet im Rahmen des Filmfestivals statt – sieh dir das gesamte Programm an und folge uns auf instagramexternal link, opens in a new tab, um up to date zu blieben!

Der Poetry Slam findet im folgenden Format statt: Wir beginnen mit einer thematischen Vorrunde, in der deine Stimme zum Thema des Filmfestivals durch deinen Text Raum bekommt. Die Beiträge werden dann von einer zufällig aus dem Publikum ausgewählten Jury bewertet. Aus der ersten Runde kommen zwei Teilnehmer:innen in ein klassisches Finale. Für das Finale freuen wir uns über jeden mitgebrachten zweiten Text. Wer gewinnt, entscheidet dann das Publikum. Darauf folgt die Preisverleihung.

Du möchtest auftreten?

Es gibt eine offene Liste mit begrenzter Teilnehmer:innenzahl. Global 2000 freut uns über eine direkte Anmeldung per Mail an: booking@fomp.eu

Du möchtest als Zuschauer:in dabei sein?

Bitte melde dich an. Deine Anmeldung kann bis 13. März 12 Uhr berücksichtigt werden. Tickets werden vor Ort gegen freie Spende vergeben.

Keine 25er Tramverlängerung ohne Autobahn Fertigstellung?!

Rot Pinke Stadtregierung: Obwohl die Verlängerung des 25ers seit 2008 geplant ist, keine Straßenbahnverlängerung bevor die Autobahnen nicht fertig sind:
https://www.meinbezirk.at/donaustadt/c-politik/auf-die-bim-linie-25-bis-zur-seestadt-wird-noch-laenger-gewartet_a8021551
Danke an MEINBEZIRK.AT, dass ihr diese Ungeheuerlichkeit aufgedeckt habt!

Wegen Regen verschoben: Lobau Infowanderung Do, 26.03. findet Mo 13.4 um 15 Uhr statt.

Wir freuen uns zu dieser Infowanderung mit Global 2000 Umwelt Kulturpraktikum Studierenden bei der alle Interessierte mitgehen können einzuladen! Bei diesem gemütlichen Spaziergang durch die Lobau, wird Jutta Matysek, die Obfrau der BI Rettet die Lobau über die Lobau und ihre Bedrohung u.a. durch die geplante Autobahn erzählen wird.

Treffpunkt ist 15 Uhr bei der 26A Station Essling Stadtgrenze. Reine Gehzeit wäre 1 Stunde, da wir aber oft stehen bleiben werden um uns die Details direkt vor Ort anzusehen und auch Jause (die sich jeder selbst mitbringt) essen unterwegs wird das Ganze ca. 3 Stunden dauern.

Endpunkt ist bei der Bus Station Lobgrundstrasse an der Raffineriestraße (von dort aus kan man gut zur U2 Station Donaustadtbrücke fahren oder zur U1 Kaisermühlen). Wir gehen nur auf erlaubten Wegen. Je nach Witterung ist Regenschutz oder warme Bekleidung empfohlen. Wer sich während der Erklärungen gerne hinsetzen will und nicht direkt am Boden sitzen will, kann sich was zum Draufsetzen mitnehmen. Wir machen darauf aufmerksam dass Hunde frei laufen lassen ist im Nationalpark nicht erlaubt ist.


Jutta wird Pläne und Infografiken zum Herzeigen mitbringen.

Diesmal auf Wunsch von Global 2000. Wenn Sie/du auch für deinen Freundeskreis, deine Stillgruppe, deinen Bekanntenkreis ect. so eine kostenlose Infowanderung haben möchtest – gerne! Bitte um Kontaktaufnahme via Kontaktformular wir freuen uns!

Scientists for Future gegen das Vorhaben S1 und Lobautunnel

Veröffentlicht am von Martin Auer unter https://www.scientists4future.at/2026/01/14/protest-von-scientists-for-future-gegen-das-vorhaben-s1-und-lobautunnel/

Mit einer öffentlichen Aktion vor dem Verkehrsministerium in Wien (BMIMI) haben gestern Wissenschafter:innen von Scientists for Future (S4F) gemeinsam mit Vertreter:innen der Zivilgesellschaft auf die dringende Notwendigkeit einer sozial und ökologisch gerechten Mobilitätswende hingewiesen. Im Fokus der Aktion stand die geplante S1-Autobahn mit Donauquerung (Lobautunnel).

Anlass der Aktion war eine aktuelle Stellungnahme von Scientists for Future, in der die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Klimaschutz, Biodiversität, Flächenverbrauch, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit zusammengefasst und auf die verkehrspolitischen Auswirkungen des Lobautunnel-Projekts angewendet werden.

Die Kernaussagen:

  • Das Projekt versiegelt kostbare Ackerflächen.
  • Das Projekt gefährdet das Naturjuwel Lobau.
  • Eine zusätzliche Autobahn erzeugt zusätzlichen Verkehr und entlastet daher nicht die Tangente.
  • Durch den Bau und den induzierten Verkehr entstehen weitere Treibhausgasemissionen.
  • Das Projekt führt zu Zersiedelung und Ansiedlung autokonformer Großmärkte, Logistikzentren usw. 
  • Neue Wohngebiete brauchen Anbindung an den öffentlichen Verkehr und Einbettung in ein fußläufiges Ambiente, um autounabhängig zu sein.
  • Die geplanten 2,7 Mrd. Euro würden besser für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs verwendet.
  • Das Projekt steht im Widerspruch zu den verkehrspolitischen Plänen Wiens und des Bundes, die beide eine Abnahme des motorisierten Individualverkehrs vorsehen.

Scientists for Future haben das Verkehrsministerium zu Gesprächen über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dem Vorhaben eingeladen. Scientists for Future unterstreichen ihre Bereitschaft zum konstruktiven Dialog und fordern, wissenschaftliche Erkenntnisse verbindlich in die verkehrspolitische Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Stellungnahme S4F Österreich zu S1 und Lobautunnel

Das Vorhaben der Regierung beruht auf einem unzeitgemäßen Raummodell: beschleunigter Autoverkehr, flächenfressenden Wirtschaftsentwicklung, Satellitenstädte und Einfamilienhaussiedlungen. Scientists for Future stellen diesem Bild den Stand der Wissenschaft und der Technik entgegen.

Verkehrsminister Peter Hanke hat den Entschluss der Bundesregierung verlautbart, den Bau des Abschnitts Süßenbrunn – Groß Enzersdorf der Wiener Außenringautobahn S1 sofort und den Bau der Donauquerung S1 (Lobautunnel) bis Schwechat ab 2030 umsetzen zu wollen.

Wir, Scientists for Future Österreich, eine interdisziplinäre Plattform von Expert:innen und Wissenschaftler:innen, kommentieren den beabsichtigten Ausbau auf der Grundlage der in der Veröffentlichung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität, und Infrastruktur (BMIMI) vom 5.9.2025 angeführten Argumente:

Das Problem A23–Südosttangente:

Aus den in der Veröffentlichung genannten Zahlen (derzeit 200.000 Fahrzeuge/Tag, 900.000 Transit-Lkw/Jahr) wird eine unzumutbare Belastung durch den Transitverkehr abgeleitet. Tatsächlich ergeben sich daraus lediglich 3.461 Transit-Lkw pro Werktag, das sind 1,73% der Fahrten. Transit-Pkw spielen kaum eine Rolle. Die Belastung dieser Straßenverbindung entsteht also fast zur Gänze durch regionalen Verkehr.

Die Veröffentlichung nennt durchschnittlich 5,5 Stunden Stau pro Werktag und einen daraus resultierenden hohen volkswirtschaftlichen Schaden. Dem steht die empirisch und systemisch belegte Erkenntnis der Verkehrswissenschaft entgegen: Eine teilweise Verlagerung des aktuellen Kfz-Verkehrs auf eine zusätzliche Donauquerung würde neue Anreize für donauquerende Fahrten und neue Alltagsrelationen generieren, sodass es in der Folge auf der A23 wieder zu Überlastungsphänomenen käme.

In der öffentlichen Erklärung des Bundesministers wird das Bild von einem überlasteten „Herzgefäß“ – gemeint ist die Südosttangente, die durch „die Mitte der Stadt“ verläuft – bemüht, um die Notwendigkeit eines „Bypass“ zu illustrieren. Dieses Bild zeigt, dass im Ministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur noch immer die Vorstellung vorherrscht, Autoverkehr wäre ein nach physikalischen Regeln funktionierendes Medium. Die Wissenschaften haben diese Vorstellung längst widerlegt. Mobilität ist soziales Verhalten. Gute Raumangebote produzieren umwelt- und sozialverträglichen Verkehr, schlechte Räume verstärken negative Effekte.

Der Verkehrsminister propagiert ein Mobilitätskonzept für die A23, das den Verkehr durch Digitalisierung, Echtzeitinformationen und intelligente Steuerungssysteme optimieren soll. Solche zeitgemäßen und zukunftsweisenden Maßnahmen können bereits heute eingesetzt werden, um die Problematik der Überlastung und der falschen Anreize zu lösen. Bei konsequenter Umsetzung und Ausbau des ÖV entfällt in der Folge auch die Notwendigkeit der neuen Donauquerung.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von S1 und Lobautunnel:

Es wird argumentiert, dass der Bau der S1 im Osten von Wien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Großraum verbessert, auf die wachsende Anforderung an Lieferketten reagiert, und die Grundlage für zahlreiche Arbeitsplätze schafft. Auf welche Art von Ökonomie sich diese Erwartungen stützen, wird nicht ausgeführt, und Studien, auf die verwiesen wird, liegen der Öffentlichkeit noch nicht vor. Der Blick auf jene Ökonomie, die sich entlang der schon realisierten Abschnitte der S1 im Norden von Wien entwickelt hat, weist aber darauf hin, dass hier nicht an zukunftsorientierte und ressourcenschonende Aktivitäten gedacht wird, sondern an großflächige, auto-orientierte Betriebe: Großmärkte und Logistikzentren.

Erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und Infrastrukturen für digitale Vernetzung wesentlich höhere volks- und regionalwirtschaftliche Wirkungen erzielen als hochrangige Straßen, deren Produktivitätsvorteile in einer Volkswirtschaft mit bereits hoher Dichte an derartigen Infrastrukturen kaum vorhanden, bzw. sogar negativ sein können.

Man erhofft sich vom Ausbau der Außenringautobahn zudem eine schnellere Anbindung an internationale Transportkorridore. Hier wird offensichtlich an Straßenverkehrskorridore gedacht, und es lässt sich daraus ableiten, dass das Ministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur den Gütertransport auf Straßen auch in Zukunft als den Regelfall vorsieht. Dem entgegen steht die in der Fachwelt und in den europäischen Politiken verankerte Zielsetzung, dass der überregionale Güterverkehr aus Gründen des Natur-, Landschafts- und Klimaschutzes, des Flächenverbrauchs und im Sinne der Energieeffizienz auf andere Modi verlagert werden soll.

Die Bedeutung für den regionalen Autoverkehr:

Ein Argument für den S1-Ausbau bezieht sich auf die Verbesserung der Lebensqualität in der Region. Hier wird unter anderem auf die Entlastung des niederrangigen Verkehrsnetzes verwiesen. Dem entgegen steht die empirisch und systemische belegte Tatsache, dass durch das Vorhandensein hochrangiger Straßenverkehrsangebote eine erhöhte Bereitschaft entsteht, Wege mit dem Auto zu erledigen bzw. dass neue autogerechte Ziele attraktiv werden, wodurch sich das MIV-Aufkommen in der Region insgesamt und besonders im Umfeld der Autobahnauffahrten erhöht.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf die in der Verkehrswissenschaft etablierte und empirisch bewiesene Tatsache verweisen, dass neue, schnellere Angebote an Verkehrsverbindungen nicht zu Zeiteinsparungen im Alltagsverkehr führen, sondern zu längeren und häufigeren Wegen (Reisezeitkonstante).

Zudem verweist der Verkehrsminister in seiner Argumentation auf die Prognose, dass es auch im Jahr 2040 noch Autoverkehr geben würde. Er vermeidet aber zu erwähnen, dass in allen verkehrspolitischen Strategien verankert ist, dass es künftig deutlich weniger Autoverkehr geben soll: STEP 2035 Wien: Reduktion MIV von 28% auf 20%, Mobilitätsmasterplan 2030 BIMI, Österreich: von 60% auf 42%. Eine Notwendigkeit, das Angebot an monofunktionalen Straßen für den motorisierten Individualverkehr zu vergrößern, lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Notwendigkeit für die Schaffung von Wohnraum:

Es wird angeführt, der Autobahnbau ermögliche den Bau von Wohnungen für zehntausende Menschen – unter anderem im Gebiet Seestadt Aspern. Die Annahme, ein Autobahnanschluss wäre die Voraussetzung für die Entwicklung von Wohngebieten widerspricht einem seit Jahrzehnten etablierten Konsens in der Stadt- und Raumplanung, wonach jegliche Art von urbanem Wohnungsbau mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und in ein fußläufiges Umfeld eingebettet sein muss. Niemand ist in einem solchen Setting vom Autoverkehr abhängig. Die Erreichbarkeit für Versorgungsdienste ist über das niederrangige Straßennetz gewährleistet.

Durch einen Ausbau des hochrangigen Straßenverkehrsangebots wird vielmehr das Entstehen von suburbanen Wohntypologien niedriger Dichte, im Besonderen von Einfamilienhausgebieten, gefördert, deren alltägliches Funktionieren von der Autonutzung abhängig ist. Es werden also strukturelle Abhängigkeiten geschaffen, die die Mobilitätswende konterkarieren, und in schwer auflösbare Lock-In-Situationen münden.

Das Kostenargument:

Vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Budgets wird seitens des Ministers darauf verwiesen, dass die Kosten von rd. 2,7 Milliarden Euro (davon 2,2 Mrd. für den Lobautunnel) zur Gänze von der ASFINAG aus eigenen Einnahmen getragen werden und niemand belastet wird, der/die nicht selbst das hochrangige Straßennetz nutzt. In dieser Darstellung wird ausgeblendet, dass es der Republik Österreich als Alleineigentümerin der ASFINAG möglich wäre, von den Erlösen der ASFINAG einen höheren Anteil zugunsten des Bundesbudgets – etwa zur Finanzierung der Verkehrswende – abzuschöpfen. Das ist freilich nur möglich, wenn auf unzeitgemäße Ausbauten – wie S1 mit Lobautunnel – verzichtet wird.

Die blinden Flecken:

In der Kommunikation des Ministeriums bleiben die negativen Effekte des Bauvorhabens in Bezug auf den Klimaschutz, auf Schadstoffe, Lärm, Bodenverbrauch und auf die Biodiversität unerwähnt. Die Siedlungs- und Gewerbestrukturen, die bereits heute den Nordosten Wien prä- gen, zeigen deutlich, dass mit dem Ausbau der S1 ein Maßstabssprung in Bezug auf Versiegelung, Autoabhängigkeit und Landschaftszerstörung stattfindet. Das Bekenntnis, am Ziel der Klimaneutralität festhalten zu wollen, untermauert der Minister mit der bis dato unbewiesenen Annahme, dass die Lobau durch den Tunnelbau keinen Schaden leiden würde. Die großflächige Zerstörung der semi-urbanen Kulturlandschaft und die strukturelle Blockade künftiger, nachhaltiger Stadtentwicklung bleiben ausgeblendet.

Helga Kromp Kolb zum Vorhaben Lobauautobahn

KategorienAktionen, Aktuell SchlagwörterHanke, Lobauautobahn, Lobautunnel, Verkehrspolitik, Verkehrswende