Presseaussendung der BI Rettet die Lobau – Natur statt Beton vom 14.9.2021
(Wien)Gestern am 13.Sept hat die Stadt Wien mit Kettensägen Fakten schaffen und die Hälfte eines Waldstück im Alberner Hafen roden lassen – Die Bürgerinitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton protestiert aufs Schärfste. Eine Betonfirma hat dort die Bäume gefällt um ihre Fläche erweitern. Die Rodung des geschützen zweiten Teils droht jederzeit.
Das Gebiet grenzt an geschützte Auwälder (Geschützter Landschaftsteil Blaues Wasser): Weil eine eingemietete Betonfirma erweitern will und einen noch größeren Schotter-Umschlagplatz will, wurde gestern die Hälfte eines insgesammt 5.000 Quadratmeter – etwa die Größe eines Fußballfeldes – großen Waldes im Alberner Hafen niedergeholzt. Der zweite Teil, dem ebenfalls jederzeit die Rodung droht, (unter anderem um eine Sickergrube zu errichten) steht in einer sogenannten Schutzzone Wald und Wiese, gleich neben dem Naturschutzgebiet.
Die BürgerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton protestiert und fordet einen sofortigen Stopp der Rodungen, die Wiederaufforstung der zerstörten Naturfläche und ein Ende jedlicher Vorbereitungen zu einer Lobau-Autobahn. Jutta Matysek Sprecherin der BürgerInitiative Rettet die Lobau: „Die Behauptung der Stadt Wien die Betonfirma bräuche das um einen Wasserzugang zu haben ist mehr als fadenscheinig, den hatte sie vorher schon – da sie direkt am Hafenbecken steht – ebenso wie einen eigenen Gleisanschluß. Hier soll von der öffentlichen Hand einer privaten Betonfirma die Poleposition für die drohende Großbaustelle Lobau Tunnel ermöglicht werden. Dafür wurden die für Klima- und Artenschutz überlebenswichtigen Bäume getötet. Daß der geschützte Landschaftsteil Blaues Wasser mitleidet, wenn seine Randgebiete zerstört werden ist völlig klar, wurden die doch bisher ebenso von denselben auwaldtypischen Tier- und Pflanzenarten bewohnt!“
Der Lack ist ab. Auch wenn sich die von SPÖ und Neos regierte Stadt Wien immer wieder mit teuren PR Aktionen auf Kosten der Steuerzahlenden einen grünen Anstrich verpassen will, wird immer offensichtlicher, dass sie genau das Gegenteil tut: Klima- und Naturschutz wird mit Füßen getreten. Wir fürchten, dass sie den Nationalparkstatus der Lobau ebenso ignorieren wird, wie den Schutzstatus dieses Waldes im Alberner Hafen, wenn es darum geht die Profitinteressen der Beton und Autolobby zu befriedigen.
Das Forum Wissenschaft & Umwelt will an die Problematik interdisziplinär herangehen und lud daher herzlich zu drei Fachgesprächen mit herausragenden KennerInnen einschlägiger Aspekte in unterschiedlichen Disziplinen ein.
Die Video Aufzeichnungen sind unter den untenstehenden Links online anzusehen und wirklich sehr empfehlenswert!
1)Gesundheit, Recht und Ethik (vom 19.08.2021)
Prof. Dr. Reinhold Christian Dr.in Heidrun ChenPriv.-Doz. Dr. Hanns Michael Moshammer Prof. DI Christian Schuhböck Dr. Josef Unterweger Univ.-Doz. Dr. Peter Weish
3)Ökonomie – Ökologie – Klima – Politik (vom 12.08.2021)
Prof. Dr. Reinhold Christian Univ.-Prof. Dr. Michael Getzner em. o. Univ. Prof.in Dr.in phil. Helga Kromp-Kolb Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch Ing. Werner Schandl Markus Palzer-Khomenko
SCIENTISTS FOR FUTURE Wien-Niederösterreich-Burgenland
Presseaussendung Scientists for Future Wien/NÖ/Bgld ist ein Zusammenschluss von über 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Disziplinen, die sich für eine wissenschaftsbasierte Klimapolitik einsetzen.
Aufgrund der jüngsten Aussagen von Bürgermeister Ludwig in einem Puls4-Interview sehen sich Scientists for Future in Wien, Niederösterreich und Burgenland veranlasst, in aller Deutlichkeit festzuhalten dass der Bau neuerhochrangiger Straßen und Autobahnen ohne jeden Zweifel zur Versiegelung intakter Flächen führt. Es ist zudem wissenschaftlich erwiesen, dass zusätzliche Straßenangebote das Verkehrsaufkommen erhöhen. Der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß ist zwischen 1990 und 2019 bereits von 18% auf 30% gestiegen und wird mit der von Bürgermeister Ludwig angedachten Verkehrsstrategie leider weiter ansteigen. Die Versiegelung von wertvollen Böden, die sowohl als Agrarflächen als auch als Lebensraum für Ökosysteme dienen, führt zu einer weiteren Verschärfung der Klimakrise. S4F-Wien/NÖ/Bgld empfehlen daher der Stadtregierung, in Fragen des Umweltschutzes, Klimaschutzes und der Bodenversiegelung erneut ihren Klimarat zu konsultieren. S4F stellen ihren Factsheet zum Lobautunnel zur Einsichtnahme zur Verfügung: https://at.scientists4future.org/wp-content/uploads/sites/21/2021/08/Stellungnahme-und-Factsheet-Lobautunnel-S4F-Wien.pdf
Auch das Forum Wissenschaft und Umwelt hat sich in drei Fachgesprächen gegen die geplante Lobau-Autobahn ausgesprochen! Die sehr empfehlenswerten Video Aufzeichnungen können hier angesehen werden!
Komm zur Veranstaltung am 13./14.August 2021 in der Kleinen Stadtfarm im 22.Bezirk: Informieren – Vernetzen – Aktiv werden.
In unsere schöne Lobau soll mit der Lobauautobahn ein fossiles Großprojekt um 3 Milliarden Euro gebaut werden. Wir wollen es genau wissen: Ist immer mehr Autobahnen bauen die Lösung für Stau auf der Tangente? Wie kann eine nachhaltige klimagerechte Mobilitätswende aussehen? „Alle für die Lobau“ besteht aus zwei Teilen: Am FREITAGABEND, 13.8. gibt es eine Informationsveranstaltung mit Jutta Matysek (Obfrau der BI „Rettet die Lobau- Natur statt Beton“) und anschließendem DJ Act. Am SAMSTAG erwartet euch dann ein buntes Programm aus Workshops, künstlerischen Aktionen, Speis und Trank und last but not least eine Demo im Wasser. Das ganze findet im Herzen der Lobau am Gemeinschaftshof der Kleinen Stadt Farm rund ums Salettl statt. Abends tanzen wir zu viel live Musik und Performance im größten Sandkasten Österreichs ab. Wir freuen uns auf euer Kommen!Eintritt gratis, Spenden erwünschtProgramm: (wird laufend aktualisiert)Freitag, 13. August 18:30 Come together & Food and Drinks 18:30 Kinderbetreuung bis 21 Uhr 19:00 VORTRAG: Jutta Matysek 20:00 OFFENE DISKUSSION 21:00 DJ – Woxow Samstag, 14. August Vormittags- & Mittagsprogramm: 10:00 Yoga & kleines Frühstück 11:00 Keynote: tba 11:30 Start der Workshops 13:00 Mittagessen 14:00 Workshops Teil 2 15:00 WASSERDEMO 16:00 Buchvorstellung Katharina Rogenhofer und DiskussionAbendprogramm: 18:00 Live Konzert von Waldfee, Simon und Ulli, The Z 20:00 Witches2Witches – variety show, Magie und echter Spaß 22:00 Ende der VeranstaltungHelft mit das Event groß zu machen! PLEASE SHARE Thanks !!!Wie komme ich zu dem Event?Adresse: Naufahrtweg 14, 1220 Wien Anfahrt: Von den U-Bahn Stationen U1 Kagran, U2 Donaustadtbrücke oder U2 Aspernstrasse seid ihr in wenigen Minuten mit dem Bus 93A bei uns! Aussteigen könnt ihr sowohl bei Station Otto-Weber-Gasse oder Rallengasse. Der Hof liegt genau in der Mitte. Corona Hinweis Die Veranstaltung ist ausschließlich unter allen zu dem Zeitpunkt des Events gültigen gesetzlichen Covid19-Schutzmaßnahmen zu besuchen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor diese am Eingang zu kontrollieren und den Einlass bei Bedarf zu verwehren. (Wir kontrollieren die 3-G Regelung.)
Die geplanten fossilen Großprojekte #Lobauautobahn, #Lobautunnel, #Stadtstraße und Zubringerstraßen dürfen nicht gebaut werden. Stattdessen brauchen wir eine gerechte Mobilitätswende, die allen Menschen zu Gute kommt! Der Baustart rückt näher, aber die Politik zeigt sich immer noch ignorant und tut so, als ob neue Autobahnen mit den Klimazielen und Umweltschutz vereinbar wären. +++ Komm daher am 2. Juli mit uns auf die Straße, um für eine sichere Zukunft aufzustehen! +++ In den letzten 2 Jahren sind hunderttausende Menschen in Österreich für eine klimagerechte Zukunft auf die Straße gegangen. Trotzdem bekommen wir von der Politik nur leere Versprechungen. Die geplante Lobau-Autobahn soll jetzt mehrere Milliarden Euro verschlingen und uns mit voller Wucht in die Klimakatastrophe schleudern. Während uns Märchen von einer Verkehrsentlastung durch neue Straßen erzählt werden, betonen sämtliche Verkehrsexpert*innen den verkehrsplanerischen Unsinn dieses Projekts. Diesen Sommer noch könnten die Bagger anrollen und das Naherholungsgebiet Lobau gefährden. Fluten wir am 2.7. daher die Straßen Wiens und setzen ein gemeinsames Zeichen – bevor es zu spät ist! Der Ort wird noch bekanntgegeben! Weiterleitung erbeten!!! Wenn ihr auf Facebook seid teilt bitte diesen Link.
Es rufen auf: Fridays for Future (Austria und Vienna)
BI Rettet die Lobau – Natur statt Beton System Change not Climate Change
Personenkomitee Selbstbestimmtes Österreich
Aktuelle Veranstaltungen siehe auch unter diesem Link
14:00 Praterstern zur Fahrraddemo, 15:30 zur Fußgehenden Demo Wien Süßenbrunn (S Bahn Station)
Details siehe unten.
Aufruftext: Gemeinsam gegen den Bau der Lobau-Autobahn und ihre Zubringerstraßen (Stadtstraße Aspern, S1 Spange Seestadt und S8 Marchfeldschnellstraße).Verkehrswende jetzt! Der Bau neuer Autobahnen ist ein weiterer Schritt Richtung Klimakrise, den wir nicht mehr tolerieren können. Wir brauchen einen nachhaltigen und modernen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Herstellung von Fahrradinfrastruktur, statt Unsummen für rückschrittliche und klimaschädliche Großprojekte zu verschwenden! Wir lassen uns die Zukunft nicht verbauen! Deshalb erobern wir am 3. Juni mit unseren Fahrrädern die Straße zurück und zeigen damit, wie eine klimagerechte Mobilität aussehen kann.
Wir wollen den Feiertag 3.Juni nutzen um mit den Fahrrädern an die Stellen zu fahren, wo der Autobahnbau (Lobau-Autobahn, Stadtstrasse) wahrscheinlich zuerst droht. Wir treffen uns um 14 Uhr am Praterstern und fahren in den 22. Bezirk. Bei Zwischenkundgebungen an möglichen Schauplätzen des Autobahnbaus wird es div. Redebeiträge zu den fossilen Monster-Projekten und was zukunfsfähige Alternativen dazu sein sollten geben. Dieser Tag ist der Weltfahrradtag, wo überall auf der Welt Fahrradevents stattfinden und wir wollen auch in Wien auf die besondere Rolle von Fahrrädern und Lastenrädern für klimafreundliche Mobilität in der Bundeshauptstatt und Umgebung hinweisen. Sei dabei! Wichtig: Wir fordern alle Teilnehmenden auf die geltenden Covid Bestimmungen einzuhalten. Bitte Masken tragen und Abstände halten. Ablauf: Polizeilich angemeldet wurden 2 Demonstrationen beide führen zur selben Schlusskundgebung: 1) Fahrraddemonstration: Startkundgebung am Praterstern auf dem gepflasterten Platz auf der Rückseite der Station (wo nicht die Straßenbahnen wegfahren): 13.30 Treffen OrdnerInnen 14.00 Uhr offizieller Beginn Reden: Greenpeace, Lobau bleibt, System Change not Climate Change, David oder Karin 14.45 Uhr Abfahrt: Lassallestrasse- Reichsbrücke – Wagramerstrasse – Erzherzog Karl Strasse – durch die Unterführung dann – Stadlauerstrasse – Hirschstettnerstrasse – Quadenstrasse – Spargelfeldstrasse – ca. 15.45 – 16 Uhr Zwischenkundgebung auf der großen öffentlichen Wiese (auf der Höhe der Ecke zu Am Fiedhof) Reden: Hirschstetten Retten, Jugendrat ca.16 Uhr Weiterfahrt– Spargelfeldstrasse – Breitenleerstrasse – Oleanderweg – Tujagasse – Friedhofsweg – über die S2 Brücke drüber dann rechts- Schlusskundgebung 48°16’09.0″N 16°30’09.9″E (48.269164, 16.502762) auf dem öffentlichen Weg der zum Kleingartenverein Gartensee Kraus-Pieringer, 1220 Wien führt bzw. der Verbreiterung dieses Weges neben der S2. Reden: Fridays for Future, Selbstbestimmtes Österreich, Rettet die Lobau, Musik von der Künstlerin Waldfee 2) Fußgängerdemonstration: 15.30 Uhr Sammelplatz Bahnhofsvorplatz von S Bahn Station Wien Süßenbrunn 16.00 Abmarsch– Bettelheimstrasse – Süßenbrunnerstrasse – Friedhofsweg – Weg der beim Kleingartenverein Gartensee Kraus-Pieringer vorbeiführt zum gemeinsamen Schlusskundgebungsplatz mit der Fahrrademonstration neben der S2. Ende der gemeinsamen Schlusskundgebung beider Demos ist 18.30 Uhr. Wenn ihr auf Facebook seid, bitte teilt diesen Fb Event Vielen Dank!
Trotz eisiger Kälte kamen ca. 100 Personen zu unserer stimmungsvollen Kundgebung!
Hier die Berichterstattung von WienTV, Filme von Renate Sassmann:
AU-BOTANIK statt AUTO-Bahn, 1. Teil Langfassung
AU-BOTANIK statt AUTO-Bahn; Langfassung; Teil 2; 21.3.2021
Redebeiträge von Jutta Matysek (Rettet die Lobau), Wolfgang Rehm (VIRUS), Heinz Mutzek (Hirschstetten Retten), Bündnis Danni bleibt, u.v.a.! Musik von der Waldfee und vom Extinction Rebellion Chor!
Der Aufruftext:
„Die Grüne Lunge Wiens soll noch immer an der breitesten Stelle von einer Autobahn untergraben werden. Das lassen wir nicht mit uns machen! Denn die Lobau ist voll wilder Natur – eine Quelle der Lebendigkeit für ganz Wien. Wir demonstrieren für den Erhalt, die Pflege – und die jetzt schon an manchen Stellen dringend notwendige Revitalisierung der Au als Natura 2000-, Wasserschutz-, Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet! Und gegen die Bauvorhaben der Asfinag und die Inkaufnahme der weiteren Verlandung und Versteppung! Wir demonstrieren IN der Au – um aufzuzeigen, welch Schätze die Natur dort beherbergt, die wir schützen sollten, anstatt sie zu gefährden! (Natürlich nur auf den erlaubten Wegen) Mit bunten Bannern und melodischen Parolen, mit aufweckenden Redebeiträgen und erdenden Liedern der Waldfee machen wir unseren Demo-Spaziergang durch die Lobau zu einem Manifest des Naturschutzes! Immer noch will man uns Bürger*innen vorgaukeln, dass mehr Autobahnen weniger Verkehrsbelastung bedeuten – doch mit einem Mehr an Straßen kommen immer mehr Autoverkehr, mehr Staumehr Lärm und mehr Abgase. Nicht nur, dass das Geld anderwärtig besser investiert wäre – die Rückbauung der nicht mehr gebrauchten Sperrbrunnen, die der Lobau unnötig das – dringende benötigte – Wasser entziehen, die Wiederherstellung der S80 als attraktive Öffi-Linie, all die Renaturierungsprojekte im Nationalpark Donau-Auen brauchen es sehr gut – zu fürchten ist dass mit den zwei drohenden Tunnelröhren (a 15m Durchmesser!) eine massive Veränderung im sensiblen Ökosystem Lobau käme. Klar, die Experten, die die Tunnelpläne untermauern wollen, sprechen von großer Sicherheit. Aber die, die für Naturschutz aufstehen, zeigen jetzt schon Schwachstellen im geologischen Aufbau auf. Und gerade jetzt sehen wir am Beispiel Semmering-Basistunnel, dass mit „unerwarteten Schwierigkeiten“ immer zu rechnen ist. Wir wissen das alle. Und zum Glück gibt es einige Menschen, die unermüdlich bei Ministerien und Verwaltungsgerichtshöfen gegen das irrsinnige Bauvorhaben ankämpfen. Nicht jede*r kennt sich damit bis ins letzte Detail aus – aber eines können wir Alle: Aufstehen, für das was wir lieben, und auf die Straße gehen, um unseren Willen kundzutun. Das werden wir nun für die Lobau wieder machen, damit gerade in der Corona-Krisen-Zeit dieses wichtige Thema NICHT unter den Tisch fällt: HIER KOMMT KEINE AUTOBAHN! Dazu singt uns die Waldfee nicht nur RAUS AUS DEN AUTOS, das Protestlied gegen den Lobautunnel, sondern auch HYMNEN AUF DIE PFLANZEN, die in der Au wachsen – wir wollen nicht nur unseren Widerstand kundtun, sondern auch aufzeigen, was für Schätze das denn genau sind, die es in der Lobau zu schützen gilt! Wir sehen uns zum Frühlingsbeginn am 21.03. wenn es heißt: Au-Genuss statt Bau-Verdruss! AU-BOTANIK STATT AUTO-BAHN!“
Für Sonntag war die Demo geplant, am Freitag um 12 bzw. 14 Uhr (!) wurde uns von Wienter Forstverwaltung und Umweltschutzabteilung mitgeteilt, wir dürften die Demo nicht, wie polizeilich angemeldet, im Nationalpark machen. Wir entschieden daraufhin – kompromissbereit – obwohl wir uns im Recht sahen, weil die politische Versammlung von der einzigen zuständigen Behörde – nämlich der Versammlungsbehörde – nicht untersagt worden war, nur eine Standkundgebung am Dechandweg vor dem Nationapark zu machen. Wie uns das „gedankt“ wurde:
Nachdem wir unsere Zelte schon auf dem geräumigen Platz vor dem Nationalparkhaus in einen der Zwischenräume aufgestellt hatten erschienen 2 Beamte der MA49 und verlangten von uns diese stattdessen auf die engste Stelle des Dechandwegs aufzustellen.
Die Umweltorganisation VIRUS kommentierte die Vorgänge mit folgender Presseaussendung (der wir uns vollinhaltlich anschließen):
OTS0092, 23. März 2021, 10:47
Lobauautobahn Versammlung– Magistrats-Desinformation mit schwerer Schlagseite
Offenkundig durchpolitisierte Beamte als Handlanger von Betonwünschen
Wien (OTS) – Die Umweltorganisation VIURS brandmarkt das tendenziöse Verhalten der Forstverwaltung Lobau und der Wiener Umweltschutzabteilung rund um eine politische Versammlung gegen den Lobautunnel in der Wiener Lobau. Sprecher Wolfgang Rehm:“ Offenbar im vorauseilenden Gehorsam gegenüber den Wiener SPÖ Betongranden, die das Projekt favorisieren, wurde in völliger Unkenntnis der Rechtslage von Beamten versucht, für eine lediglich bei der Versammlungsbehörde anzeigepflichtige Kundgebung eine nationalparkrechtliche Bewilligungspflicht zu konstruieren und einer Bürgerinitiative das Leben schwerzumachen, das ist skandalös.“
Im Rahmen einer politischen Versammlung fand am 21.2. unter dem Titel „Au-Botanik statt Autobahn“ unter winterlichen Bedingungen eine Kundgebung vor dem Wiener Nationalparkhaus statt an der ca. 100 Personen unter Einhaltung der Covid-19-Bestimmungen teilnahmen. Aus Entgegenkommen gegenüber den laut Umweltschützern „Magistrats-Allüren“ hatte die veranstaltende Bürgerinitiative ‚Rettet die Lobau – Natur statt Beton‘ auf die Durchführung eines im Anschluss geplanten Au-Spaziergangs verzichtet.
Die Umweltorganisation VIRUS, ein Vertreter war als Redner geladen, kritisiert nun scharf die Vorgangweise des Magistrats. „Es handelte sich um eine mit deutlichem Vorlauf ordnungsgemäß angezeigte und von der zuständigen Behörde nicht untersagte Versammlung. In letzter Minute übermittelten – offensichtlich akkordiert – sowohl die Wiener Umweltschutzabteilung als auch die Forstverwaltung bei der Versammlungsleiterin mit von Desinformation und Rechtsirrtümern strotzenden Schreiben,“ erläutert Rehm. So sei etwa der Versammlungsbegriff unzulässigerweise mit einer Veranstaltung nach dem Wiener Veranstaltungsgesetz vermischt worden für die die Behauptung gelte. Dann habe man versucht die Bürgerinitiative einzuschüchtern indem man eine nationalparkrechtliche Genehmigungspflicht in den Raum stellte und meinte die „Veranstaltung“ sei mit den Nationalparkzielen nicht vereinbart. „Tatsache ist, dass beide Magistratsabteilungen nicht zuständig sind, die Versammlungsfreiheit ein in der Verfassung verankertes hohes Gut ist und es dafür keiner Bewilligung bedarf sondern lediglich einer Anzeige bei der Landespolizeidirektion Wien als Versammlungsbehörde, die gegebenenfalls Naturschutzaspekte mit abzuwägen hat“, so Rehm. Es dürfe auch nicht vergessen werden, dass der Nationalpark Donauauen sich auf der seinerzeitigen Ausübung des Versammlungsrechtes gründe. „Ohne unseren Hainburg-Einsatz im Jahr 1984 würde es den Nationalpark nicht geben und würden viele der Herrschaften denen er heute anvertraut ist ohne Gehaltsscheck dastehen,“so Rehm, der betont, dass in den letzten Jahren immer wieder Versammlungen ohne Probleme auch im Nationalpark stattgefunden hätten. „Aber wenn es jetzt um die Lobauautobahn geht dann werden einige Herrschaften offenbar sehr nervös und versuchen Probleme zu machen“ stellt Rehm fest. Es werde offenbar mit zweierlei Maß gemessen, wenn man untätig beim bei weitem nicht immer nationalparkkonform ablaufenden Besuchergeschehen zusehen würde, gleichzeitig aber sonst praktisch alle beantragten Eingriffe inklusive den Asfinag- Bohrprogrammen bedenkenlos durchwinkt, sich hier aber ausgerechnet beim Protest gegen den Lobautunnel als Scharfmacher versuche. „Das Tunnelprojekt selbst wurde wiederum mit Glacéhandschuhen angefasst und ist die Wiener Umweltschutzabteilung sogar ohne Prüfung der möglichen Auswirkungen gegen jede Evidenz von eine fehlenden Bewilligungspflicht ausgegangen und hat absurderweise den Asfinag- Antrag zurückgewiesen, was derzeit gerichtlich bekämpft wird“ weiß Rehm, der auch klarstellen will, dass auschützende Bürgerinitiativen keine nachteiligen Auswirkungen auf die Ziele des Nationalparks hätten sondern mit diesen übereinstimmten, was man von fragwürdigen Bauprojekten nicht behaupten könne. Kritik übt die Versammlungsleiterin Jutta Matysek von der an den Verhältnissen vor Ort: „Wer gedacht hätte, dass das Entgegenkommen unserer Bürgerinitiative, die im Bestreben um gutes Einvernehmen die Auwanderung gestrichen und die Versammlung auf eine Standkundgebung vor dem Nationalparkhaus umgewandelt hat, gewürdigt werden würde, wurde durch die Schikanierungsversuche durch MA49 Personal vor Ort eines Besseren belehrt. Diese haben in wirklich kleinlich- eifersüchtiger Weise den dort ohnehin knappen Platz noch einzuschränken versucht“ Selbstverständlich werde das mit Recht als unfreundlicher Akt aufgefasst. Rehm wiederum weist darauf hin, dass erst vor kurzem ein als Unfallexperte getarnter SPÖ-Abgeordneter und ehemaliger Magistratsabteilungsleiter im Kurier versucht habe, für das Lobautunnelprojekt Stimmung zu machen. „Jetzt beginnen schon aktive Beamte mit äußerst tendenziöser Interpretation von Rechtsvorschriften Politik zu machen. Wo kommen wir da hin, das muss umgehend gestoppt werden,“ warnt Rehm abschließend.
In ihrem Blog posteten die Wiener Linien eine Netzgrafik mit dem Titel „Blick in die Zukunft“ auf der die beiden Stationen wieder eingezeichnet waren.
Die Aussicht auf eine Wiedereröffnung in diesem Plan löste eine Flut von begeisterten Postings, Emails und Anrufen bei uns und bei der Bürgerinitiative S80 Lobau (die sich ebenfalls seit Jahren für deren Wiedereröffnung einsetzt) aus.
Hier nur eine kleine Auswahl davon:
„sehr cool „Michaela M. „Na endlich, hab die Schließung der Stationen nie ganz verstanden.“ Wiki N. „schau mal dann musst du nicht mehr umsteigen sondern fährst direkt zur Hausfeldstraße mit der Bahn “ Nina E. „Sehr gut. Die Zukunft liegt im Ausbau der Öffis!“ Isabelle S. „Juhuuu… Am Besten sollte es schon gestern gewesen seinEs gibt so viele Argumente dafür, da kann man gar nicht alle aufzählen! “ Eva Z. Ganz wichtig für alle Anrainer! Karin M.
„Wie großartig wäre das denn!!! soo lange darum gekämpft! Und dringend notwendig, zumal man sich mit der Verbauung der der freien Flächen rund um die Station ja nicht unbedingt zurück gehalten hat.“ Doris M.“ „Super vielen Dank “ Maria K. „Super!!! Wir freun uns sehr darüber!!!“ Alice O. „hurra ich komme!“ Robert W. „Das wäre so großartig!“ Dani E. usw.
Es stellte sich leider heraus, dass die Wiener Linien bei ihrem „Blick in die Zukunft“ offenbar keinerlei Aufmerksamkeit für die Schnellbahn über hat. Man nahm offensichtlich einen alten Plan, wo die beiden Stationen noch eingezeichnet waren und zeichnete dort die U Bahnänderungen ein. Als sie auf ihren Fehler aufmerksam wurden, wurde diese Grafik kommentarlos durch eine ersetzt, wo gar keine Schnellbahnstationen mehr eingezeichnet waren.
Auf eine Entschuldigung der Wiener Linien oder gar eine Erklärung, warum diese – offensichtlich für so Viele sehr wichtigen – Einsteigmöglichkeiten nicht wiedereröffnet werden sollen, warten die Enttäuschten vergeblich. Einer, der die Wiener Linien direkt anschrieb bekam diese lapidare Antwort. Weder die Wiener Linien noch die ÖBB auf deren Facebookseite wir unsere Freude über die mögliche Wiedereröffnung gepostet hatten fand übrigens unser Posting, noch die Diskussion der Anderen, die sich darauf entspann, des Kommentierens würdig.
„Also ICH erkenne, dass es ein Irrtum war, die Stationen zu schließen, obwohl sie dringend notwendig sind! Und das sollten auch die WL erkennen!!!“ Anna S.
Diesem Kommentar einer der vielen Betroffenen können wir nur 100% zustimmen!
Seither gibt es noch mehr BewohnerInnen rund um die Stationen, dh. potentielle NutzerInnen und mit mehr EinwohnerInnen in Wien auch mehr Erholungssuchende, die zur Donauinsel oder in die Lobau wollen. Der Klimawandel ist noch brennender geworden, der Verkehr ist der am schnellsten wachsende Treibhausgasemittent. Höchste Zeit also für umweltfreundliche Verkehrslösungen!
Auf der Ostbahnstrecke gibt es inzwischen ein attraktives Intervall, (es wird elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut bis nach Bratislava!) mit dem geplanten 1-2-3 Ticket, das 2021 kommen soll wird es preislich noch interessanter. Aber was nützt das, wenn man nicht einsteigen kann? Durch die Schließung der S 80 Stationen Hausfeldstrasse und Lobau ist die S80 nicht schneller geworden, wie der Vergleich der Fahrpläne vor und nach der Schließung zeigt. Im Dezember 2020 ist jetzt auch noch die S80 Station Matzleinsdorferplatz geschlossen worden wo gerade die U Bahn hingebaut wird!
Weiterführende Infos: Facebookseite der BürgerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton
Zur Homepage der Bürgerinitiative S80 Lobau und zu ihrer Facebookseite
„Die Schnellbahnlinie S80 wird wieder in der Station Lobau stehen bleiben und in der Station Hausfeldstrasse! Ein Sieg für den Klimaschutz!
Am 30.12.2020 wurde auf der Seite der Wiener Linien unter dem Titel „Blick in die Zukunft“ der neue Plan für das zukünftige Netz online gestellt: https://blog.wienerlinien.at/zeitreise-die-welt-der…/ Dabei wurde auch diese Sensation präsentiert. Wir von der Bürgerinitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton freuen uns gemeinsam mit all den Vielen, die diese Verbindung so dringend brauchen, wenn wir hier in Zukunft wieder in die S80 einsteigen werden können! Je früher es umgesetzt wird, desto besser!
Wir fordern diese Wiedereröffnungen schon lange, und danken den Wiener Linien und ÖBB, die hier klimafreundliche Mobilität ermöglichen werden!
Entlastung für die Südosttangente– Alternative zu einer Lobau-Autobahn
Die S80 läuft genau parallel zur Südosttangente und mit diesen neuen Stationen und einer Intervallverdichtung kann sie eine ideale Entlastung der A23 sein! Rund um die Station Lobau und Hausfeldstrasse gibt es in den letzten Jahren massive Bautätigkeit und Zuzug. Mit diesen wiedereröffneten Stationen werden die BewohnerInnen die Autos stehen lassen können und umweltfreundlich mit der Schnellbahn in kürzester Zeit z.B. beim Hauptbahnhof sein können! Wer zur Donauinsel oder in die Lobau zum Picknicken, Schwimmen, Spazierengehen, Skaten oder Radfahren will, für den ist die S80 Station Lobau einfach der kürzeste Weg, wo man das Fahrrad bequem mitnehmen kann.
Wir hoffen natürlich, dass die Stadt Wien bei der Wiedererrichtung der Station Lobau gleich die Gelegenheit beim Schopf packt und ein barrierefreier, sicherer Übergang über die stark befahrene Raffineriestrasse hinüber zur Donauinsel ermöglicht werden wird. Das wäre eine Win-win Situation für alle Erholungsuchenden, die dann nicht mehr mit ihren Kinderwägen ums liebe Leben laufen müßten, wenn sie auf die andere Seite wollen.
Wenn die S80 in der Hausfeldstrasse wieder hält, ermöglicht man so nicht nur den direktesten Umstieg in die U2 (im Moment muss man dafür umständlich nach Aspern Nord fahren) sondern auch in die Straßenbahnlinie 26 und die Buslinien 85A, 95B, 97A. Auch so kann wesendlich zur Attraktivierung der Öffis beigetragen werden, weiß man doch, dass jeder Umsteigevorgang Fahrgäste „kostet“.
Der „Blick in die Zukunft“ den uns die Wiener Linien hier zeigen, freut nicht nur die Bevölkerung sondern auch das Klima und die Umwelt. Wir hoffen, dass bald die genaueren Details und Zeitpläne für die Umsetzung präsentiert werden!
Presseaussendung der BürgerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton vom 5.10.2020
Via Bezirksblätter hatte Frau Umweltstadträtin Sima für heute Montag 15 – 16.30 Uhr verkündet, sie werde „durch die Lobau wandern und Interessierten für alle Fragen zur Verfügung stehen“. Beim Nationalparkhaus Lobau, wo die „Publikumswanderung“ starten sollte, wartete, trotz des für arbeitende Menschen sehr unpraktischen Termins, eine Menschentraube mit ihren Fragen. Wer kam nicht? Frau Sima. Sie fand es auch nicht notwendig die Veranstaltung in irgendeiner Form abzusagen. Dementsprechend sauer waren auch die Wartenden des „Publikums“, an denen – und ihren Anliegen – Frau Sima offensichtlich kein Interesse hatte.
Viele waren gekommen um auf die fortschreitende Austrocknung der Lobau hinzuweisen, sie wollen, dass die Stadt Wien mehr Wasser via Dotation einleitet und nicht mehr notwendige Sperrbrunnen beim Tanklager ausschaltet und damit den sinnlosen Aderlass des Augebietes in die Donau beendet. Sie hatten über 2000 Unterschriften gesammelt, die sie gerne übergeben hätten. Keine Chance. Auch die liebevoll ausgearbeiteten Fragen zur geplanten Transitschneise Lobau-Autobahn und der durch diese zu erwartende Mehr-Ausstoß von Treibhausgas (+60 % im Projektgebiet!) und Luftschadstoffen, die drohende Zunahme von Verkehr, Lärm und Bodenvernichtung bleiben ignoriert. Ebenso die brennende Frage nach den dringend benötigten S80 Schnellbahn Stationen Lobau und Hausfeldstrasse, die man Frau Sima als Verantwortliche für die Wiener Linien stellen wollte, blieben unbeantwortet. Wie notwendig öffentliche Verkehrsmittel über die Stadtgrenze hinaus für PendlerInnen sind, um umweltfreundlich mobil zu sein, interessierte offensichtlich auch nicht.
Jutta Matysek von der BürerInitiative Rettet die Lobau – Natur statt Beton: „Wir sind über eine Stunde da gestanden und haben gewartet. Es wäre Frau Sima sicher ein Leichtes gewesen die Angestellten des Nationalparkhauses anzuweisen zumindest mit einem Zettel mit einer Absage an die Türe hängen zu lassen. Hat sie aber nicht. Umso mehr ärgert es dann, wenn man im Nachhinein auf Facebook Seite von Josef Taucher lesen muss, sie hat auf der Kleinen Stadtfarm in der Naufahrtgasse, keine 5 Min entfernt „eine Bezirkstour zu den verborgenen Schätzen der Donaustadt unternommen.“ Ein Fotoshooting mit Josef Taucher und anderen Parteifreunden incl. Ziegenstreicheln war wichtiger als die Anliegen der Bevölkerung. Bitter, wenn die für so wichtige Umweltthemen zuständig Stadträtin Bürgernähe vermeidet.“
Radio Orange hat sich bei den Wartenden umgehört und daraus einen Radio Beitrag der Sendereihe „trotz allem“ gestaltet. Hier ist er zum Nachhören archiviert.